Mobilfunk
T-Mobile rechnet Videos nicht auf Datenpaket an – in den USA

T-Mobile verkündet in Los Angeles eine bahnbrechende Neuerung: Kunden in den USA können künftig so viele Filme und Videos auf ihrem Telefon schauen wie sie wollen. Großaktionär Deutsche Telekom gab vorher grünes Licht.

New YorkLangsam wird es fast eine Gewohnheit: John Legere kam wie ein Rockstar auf die Bühne, von einigen hundert Mitarbeitern frenetisch gefeiert. Schwarzes Samtjacket, pinkfarbenes T-Shirt mit weißen T-Mobile-Logo, die Haare nach hinten gekämmt: Ein Rebell in Edelklamotten. Der Vorstandschef von T-Mobile USA setzte dann zum Monolog an, der wie in allen neun vorherigen „Un-Carrier“-Events nur so mit Schimpfwörtern gespickt war. „Die Konkurrenz wird dümmer und dümmer“, sagte er im Shrine Auditorium in Los Angeles. „Das macht es f***ing einfach für uns“. Immerhin: Eine Mutter in der ersten Reihe bat er, ihrem Jungen die Ohren zu zuhalten.

Der von T-Mobile am vergangenen Dienstag organisierte Event war der Zehnte seiner Art, in der Legere seit 2013 eine Reihe bahnbrechender Reformen ankündigte: Vom Abschaffen der Roaming-Gebühren im Ausland bis zum Erstatten der „Break-Up-Fee“, der Gebühr, die andere Anbieter erheben, wenn ein Kunde frühzeitig seinen Vertrag auflöst, um zu T-Mobile zu wechseln. „Wir werden nicht aufhören, die Branche aufzumischen“, sagte Legere.

Sein neuster Vorstoß hat es in sich: Kunden können von kommender Woche an so viele Filme, Fernsehshow oder Videos auf ihren Telefonen schauen, wie sie wollen – ohne Aufpreis. „Binge-On“ nennt T-Mobile das und spielt damit auf ein Phänomen im Internet-Fernsehzeitalter an: Das Zuschauer sich gleich mehrere oder alle Folgen einer Serie ansehen. Laut Legere machen 84 Prozent aller Millennials das, 71 Prozent der Generation X und 56 Prozent der Baby Boomer. „Selbst im Altersheim“, witzelte er über das Altersdiagramm.

Das endlose Fernsehen auf dem Telefon wird vor allem jüngere Kunden zu T-Mobile locken. Allerdings wird auch das Netzwerk des US-Anbieters erheblich stärker belastet werden, ohne sofort höhere Umsätze einzubringen. „Investoren haben Angst“, sagte Legere auf Anfrage des Handelsblatts, wie denn Großaktionär Deutsche Telekom die Initiative sehe, „es sieht so aus, als ob T-Mobile ein Streichholz in einen Benzinkanister wirft und seine Dienstleistungen gratis vergibt“.

Seite 1:

T-Mobile rechnet Videos nicht auf Datenpaket an – in den USA

Seite 2:

Absprache mit Bonn

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%