Mobilfunk und Festnetz
Telekom erwägt neue Marke für Privatkunden

Festnetz und Mobilfunk wachsen zusammen - auch bei der Telekom. Jetzt denkt das Unternehmen darüber nach, die Marken T-Home und T-Mobile zusammenzufassen. Warum eine Verschmelzung den Umsatz steigern könnte.

MÜNCHEN. Die Kundenverluste der Deutschen Telekom beim Festnetz haben sich in den vergangenen Monaten verringert. Das berichtete der neue Deutschland-Chef Niek Jan van Damme gestern in München. Er sieht ein großes neues Umsatzpotential in der Verschmelzung der beiden bislang getrennten Sparten Festnetz und Mobilfunk, die Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Dabei werde auch diskutiert, die Marken T-Home und T-Mobile zusammenzufassen.

Bislang besitzen nur 22 Prozent der 29 Mio. deutschen Haushalte, die Kunden bei der Telekom sind, sowohl einen Festnetzanschluss als auch einen Mobilfunkvertrag von dem Bonner Unternehmen. "Wenn wir von dem Rest nur ein Prozent mit einem weiteren Produkt adressieren könnten, wäre das ein Umsatz-Potenzial in dreistelliger Millionenhöhe", rechnete van Damme vor. Damit sei aber noch nicht im kommenden Jahr zu rechnen. Die Telekom hat 2008 knapp die Hälfte ihres Umsatzes in Höhe von 62,5 Mrd. Euro im deutschen Festnetz und Mobilfunk erzielt.

Zwar arbeiten bereits seit zwei Jahren Vertrieb und Service der beiden Sparten zusammen. Aus juristischen Gründen darf die Telekom aber Festnetzkunden, die nicht explizit eingewilligt haben, keine Produkte der anderen Sparte anbieten und umgekehrt. Rivalen wie Swisscom oder France Telecom sind bereits weiter mit der Integration, und auch die deutsche Vodafone hat bereits im Mai vergangenen Jahres damit begonnen, ihre Festnetztochter Arcor einzugliedern. Bevor die Telekom den Umbau ihrer beiden Sparten mit rund 85 000 Mitarbeitern beenden kann, müssen im August dieses Jahres der Aufsichtsrat sowie die Finanzbehörden ihr finales Okay geben und Ende November die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen. Anfang kommenden Jahres soll die Integration beendet sein - das wäre rund ein Jahr nach der ersten Ankündigung.

Für Erleichterung sorgte gestern Abend auch, dass die Telekom sich nicht nur mit Vodafone sondern auch mit United Internet über den Zugang zum schnellen VDSL-Netzt geeinigt hat. Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands VATM, in dem sich 90 Telekom-Wettbewerber zusammengeschlossen haben, begrüßte die Abkommen. "Ich gehe davon aus, dass es sich auch für andere Unternehmen lohnt, zu prüfen, ob sie zu den Konditionen mieten wollen."

Nun müssten aber zunächst das Kartellamt und die Bundesnetzagentur das Abkommen prüfen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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