Mobilfunkanbieter Blau
Vom Handy in den Energiemarkt

Mit Stromverträgen ohne Mindestlaufzeit will der Mobilfunkdiscounter Blau nun auch im Energiesektor punkten. Der neue Anbieter von Gas und Ökostrom setzt im Kampf um die Kunden vor allem auf niedrige Preise - und will so den Wettbewerb verschärfen.

DÜSSELDORF. Vom Handy- in den Energiemarkt: Die E-Plus-Tochter Blau bietet seit gestern nicht mehr nur Mobilfunktarife an, sondern auch Gas und Ökostrom. Der selbsternannte „Fairsorger“ will mit der eigenen Energiemarke für mehr Transparenz und Wettbewerb sowie niedrigere Preise auf dem Energiemarkt sorgen.

„Dieser Markt ruft nach mehr Wettbewerb“, sagt Martin Ostermayer, Gründer und Geschäftsführer von Blau. Er will ein „einfaches und verständliches Modell“. Wie im Mobilfunkgeschäft bietet er Verträge zu günstigen Konditionen ohne Mindestlaufzeit an. „Der Strommarkt ist strukturell ein paar Jahre hinter dem Mobilfunkmarkt zurück“, sagt Ostermayer. Daher käme er als Zusatzmarkt für sein Unternehmen infrage. Außerdem könne das Unternehmen so Ökostrom bewusst voranbringen.

Ostermayer ist allerdings nicht der erste, der die beiden Märkte verknüpfen will. Das früher auf Telekom-Leistungen spezialisierte Troisdorfer Unternehmen Teldafax bietet seit vergangenem Jahr auch Strom und Gas an. Umgekehrt verkauft der Energieversorger EWE inzwischen zusätzlich Mobilfunktarife.

Einen etwas anderen Weg geht der Mobilfunkanbieter Blackandmine. Das Unternehmen nutzt das Vodafone-Netz und bietet Kunden Vergünstigungen bei Partnern wie Sixt, Hyatt und Nokia. Derartige Partnerschaften sieht Dan Bieler vom Marktforscher IDC als Möglichkeit, „über die Minutenpreise hinaus Geld zu verdienen“. Und das sei in einer Branche mit fallenden Tarifen und fallenden Margen nötig.

„Die Idee, verwandte Leistungen zu vermarkten, ist nicht neu“, sagt Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikation in Duisburg. Allerdings seien Energie und Mobilfunk aus Kundensicht nicht besonders ähnlich. Bisherige Bündelmodelle seien daher nicht sonderlich erfolgreich gewesen.

Blau setzt bei seinem Angebot auf den Partner Eprimo, eine Tochter von RWE. Eprimo liefert den Strom an die Verbraucher, Blau kümmert sich um Vertrieb, Marketing und Kundenservice. Die Kunden schließen ihre Verträge direkt mit Eprimo, das die Versorgungssicherheit garantiert.

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