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Mobilfunkanbieter: Freenet profitiert von Zukäufen

Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Kunden: Das Jahr hat für den Mobilfunkanbieter Freenet gut begonnen. Wermutstropfen: Der Betrag, den die Kunden monatlich im Durchschnitt für ihre Verträge ausgeben, ist gesunken.

Das Verwaltungsgebäude des Telekommunikations-Dienstleisters Freenet. Quelle: picture-alliance/ dpa
Das Verwaltungsgebäude des Telekommunikations-Dienstleisters Freenet. Quelle: picture-alliance/ dpa

FrankfurtDer Mobilfunkanbieter Freenet ist dank Zukäufen und steigender Kundenzahlen mit Zuwächsen ins Jahr gestartet. Der Konzernumsatz kletterte vor allem aufgrund der Übernahme des Apple-Händlers Gravis und des Mobilfunk-Onlinehändlers Motion TM auf 775,2 Millionen Euro von 757,2 Millionen Euro im Vorjahr, wie Freenet am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebitda) legte nur leicht auf 85,3 von 85,1 Millionen Euro zu. Den Überschuss konnte Freenet hingegen deutlich steigern - dank niedrigerer Abschreibungen kletterte er um 48 Prozent auf 60,2 Millionen Euro.

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Mit seinen Ergebnissen schnitt der im TecDax notierte Mobilfunkanbieter etwa so ab wie von Analysten erwartet. Die von Reuters befragten Experten hatten im Schnitt einen Umsatz von 777 Millionen Euro und ein Betriebsergebnis von 84,2 Millionen Euro vorhergesagt.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

  • Ein großer Markt

    In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

  • T-Mobile

    Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

  • Vodafone

    Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

  • O2

    Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

  • E-Plus

    Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

  • Aldi Talk

    Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

  • Base

    Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

  • Sonstige

    Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Freenet gehört wie Drillisch zu den letzten größeren Mobilfunkanbietern ohne eigenes Netz in Deutschland. Solche Unternehmen kaufen den vier Netzbetreibern Telefon-Minuten und Daten-Pakete ab und vermarkten diese unter eigenem Namen. Freenet - vor allem bekannt mit der Marke Mobilcom-Debitel - konnte die Kundenzahl im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 8,47 Millionen steigern, doch der monatliche Durchschnittsumsatz je Kunde (ARPU) sank sowohl bei den Vertrags- als auch bei den Pre-Paid-Kunden.

An seinen Prognosen für die Jahre 2013 und 2014 hielt der Hamburger Konzern fest. Der Umsatz soll in beiden Jahren zulegen, das Betriebsergebnis auf 355 Millionen im laufenden und 360 Millionen Euro im kommenden Jahr klettern. Die Integration des seit Februar zum Konzern gehörenden Apple -Händler Gravis laufe planmäßig, erklärte Freenet.

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