Mobilfunkanbieter
Freenet verliert Kunden und Umsatz

Die Integration von debitel hat den Gewinn des Mobilfunkanbieters Freenet auch im dritten Quartal gedrückt, der etwas schwächer ausfiel als erwartet. Auch der Umsatz fiel deutlich.
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HB HAMBURG. Der Mobilfunkdienstleister Freenet verzeichnet erste Erfolge beim Konzernumbau. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) stieg im Kerngeschäft Mobilfunk im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf 101 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg bekanntgab. Hohe Einmalaufwendungen für die Integration des Rivalen Debitel, den Verkauf des DSL-Geschäfts sowie Vorbereitungen für die Trennung von der Tochter Strato sorgten allerdings dafür, dass der Betriebsgewinn im Konzern niedriger ausfiel.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) sank in den Monaten Juli bis September binnen Jahresfrist um ein Fünftel auf 79 Mio. Euro. Dabei schlug der Konzernumbau mit gut 18 Mio. Euro zu Buche, der Großteil davon entfiel auf den Mobilfunk. Bereinigt um die Einmalaufwendungen belief sich das Ergebnis auf 97 Mio. Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten, die mit 94 Mio. Euro gerechnet hatten.

Auch beim Umsatz schnitt Freenet besser als vorhergesagt ab. Die Umsatzerlöse sanken zwar um 8,5 Prozent auf 930 Mio. Euro. Analysten hatten jedoch nur mit 899 Mio. Euro gerechnet. Die Zahl der Mobilfunkkunden schrumpfte binnen Jahresfrist um 2,35 Mio. auf 17,6 Millionen, weil sich Freenet auf zahlungskräftige Verträge konzentriert und weniger lukrative Kontrakte auslaufen lässt. Konzernchef Christoph Vilanek zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung.

„Dass der Erfolg unserer Maßnahmen mittlerweile auch in den Zahlen sichtbar ist zeigt, dass wir mit der strategischen Neuausrichtung und Restrukturierung des Unternehmens auf dem richtigen Weg sind“, sagte er. Erfolge sieht Freenet auch beim Schuldenabbau. Die durch die Debitel-Übernahme stark angeschwollenen Finanzschulden verringerten sich den Angaben zufolge seit Jahresbeginn um 164 Mio. Euro auf 1,16 Milliarden.

Freenet hatte die DSL-Sparte unlängst für 123 Mio. Euro an Großaktionär United Internet verkauft. Der Großteil der Summe fließt Vilanek zufolge erst im vierten Quartal, so dass die Schulden dann noch einmal sinken werden. Aus dem geplanten Verkauf des lukrativen Speicherplatzanbieters Strato erhofft sich Freenet 300 bis 400 Mio. Euro, die ebenfalls in die Tilgung fließen sollen. Über den Stand der Verhandlungen wollte sich Vilanek nicht äußern.

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