Mobilfunkanbieter MTN
Vorzeigeunternehmen aus Afrika

Seit das Handy auch in Afrika seinen Siegeszug angetreten hat, telefonieren sich seine fast 800 Millionen Menschen die Ohren heiß. Mit Zuwachsraten von 65 Prozent im Jahr expandiert der Mobilfunkmarkt auf dem schwarzen Kontinent seit 1998 so schnell wie sonst nur in Indien. Kein anderes Unternehmen hat davon ähnlich stark profitiert wie der in Südafrika ansässige Mobilfunkanbieter MTN.

KAPSTADT. Mit nunmehr fast 70 Mill. Kunden in 21 Ländern in Afrika und dem Mittleren Osten gehört das 1994 gegründete Unternehmen inzwischen zu den zehn größten Mobilfunknetzbetreibern der Welt. Bis zum Ende des Jahres soll die Kundenzahl auf mindestens 80 Mill. steigen - ohne Zukäufe.

Seit das Unternehmen am Montagabend Gespräche mit dem indischen Interessenten Bharti Airtel wegen eines möglichen Zusammenschlusses bestätigte, ist der MTN-Titel auf das neue Allzeithoch von 159 Rand (13 Euro) geschnellt . Allein in den vergangenen zwölf Monaten legte der Kurs wegen der permanenten Übernahmegerüchte um mehr als 40 Prozent zu. Damit beläuft sich der Börsenwert des gerade 14 Jahre alten Konzerns inzwischen auf fast 280 Mrd. Rand (23,8 Mrd. Euro).

Die größten und lukrativsten Märkte von MTN liegen zurzeit in Südafrika, Nigeria und dem Iran. Bis zum Jahresende dürfte das Unternehmen vor allem in dem Pariastaat im Mittleren Osten mit seinen 70 Mill. Menschen mehr Kunden als in seinem Heimatmarkt am Kap haben. Nur 18 Monate nach seinem Einstieg im Iran kommt MTN dort bereits auf neun Mill. Kunden.

Kurz vor seinem Einstieg im Iran hatte MTN die eigene Zukunft durch den 5,5 Mrd. Dollar teuren Zukauf des vor allem im Nahen Osten tätigen Anbieters Investcom aufs Spiel gesetzt. Nicht wenige Analysten hatten damals geunkt, dass sich Konzernchef Phuthuma Nhleko mit dem Neuerwerb verheben würde. Schließlich sind unter den 21 Ländern, in denen das Unternehmen fortan tätig war, mit dem Sudan, Jemen, Syrien und Afghanistan gleich eine Reihe von Staaten, in denen sich ein in Afrika groß gewordener Konzern durchaus hätte schwer tun können.

Doch angefeuert von seinem ebenso riskanten wie erfolgreichen Einstieg in Nigeria fünf Jahre zuvor, ließ sich MTN nicht schrecken - und strafte seine Kritiker Lügen. Der schnelle Erfolg im Zuge seiner Expansion in das Innere von Afrika und in den Mittleren Osten hat jedenfalls das Interesse zahlreicher Konkurrenten geweckt: Die Südafrikaner gelten seit langem als begehrter Übernahmekandidat. Kauf-Ambitionen werden in der Branche etwa auch der indischen Reliance nachgesagt. China Mobile, der weltweit mit Abstand größte Mobilfunkbetreiber, führte vor ein paar Monaten bereits Gespräche mit MTN, doch brachen die Unternehmen diese später erfolglos ab.

Seite 1:

Vorzeigeunternehmen aus Afrika

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%