Mobilfunkboom
Billighandys erfreuen Infineon

Jeden Monat kaufen sich allein in Indien sieben Millionen Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben ein Handy. Weil sie meist wenig Geld haben, greifen die Leute zu günstigen Einstiegsmodellen. Dem Chiphersteller Infineon beschert der Mobilfunkboom in Schwellenländern kräftig steigende Umsätze. Denn die Münchener haben den Trend frühzeitig erkannt und beliefern jetzt viele große Hersteller.

SCHANGHAI. „60 Prozent aller Handys in China gehen für unter 100 Euro über den Ladentisch“, sagt Tan Weng Kuan, der bei Infineon das Geschäft mit Billigtelefonen leitet. Am stärksten wachse in China das Segment der Geräte, die weniger als 70 Euro kosten. Die günstigsten Handys gibt es für gerade einmal 20 Euro. Immer öfter stecken darin Infineon-Chips: Im zweiten Quartal hat der Konzern dreimal so viele Produkte in diesem Bereich ausgeliefert wie noch zu Jahresbeginn.

Wie wichtig dieser Bereich für die Mobilfunkbranche insgesamt ist, zeigt das Beispiel Nokia: Der größte Handyproduzent der Welt hat im zweiten Quartal über ein Drittel mehr Handys in Asien, Afrika und Südamerika verkauft als im Jahr zuvor. „Nur diejenigen Hersteller werden ihren Marktanteil ausbauen können, die ein ordentliches Angebot an Billighandys haben“, urteilen die Analysten von ABI Research.

Infineon bietet den Handyherstellern eine Plattform an, auf der sie in nur drei Monaten ein komplettes Handy entwickeln können. Die Analysten von ABN Amro haben jüngst in einer Studie ausgerechnet, dass die Hersteller mit diesem Angebot deutlich günstiger fertigen können als mit den Produkten von Texas Instruments. Der US-Konzern ist der wichtigste Wettbewerber in diesem Bereich.

Infineon beliefert bereits den Handyhersteller LG aus Korea und hat dieses Frühjahr auch einen Vertrag mit Nokia für Billighandys abgeschlossen. Die Experten von ABN Amro rechnen damit, dass die Münchener den Umsatz in diesem Segment mit Nokia von 220 Mill. Euro in diesem Jahr auf 314 Mill. Euro im nächsten Geschäftsjahr steigern werden.

Daneben beliefert Europas zweitgrößter Chiphersteller auch weniger bekannte Hersteller wie ZTE und Bird in China. ZTE produziert nicht nur unter eigenem Namen, sondern fertigt auch für den Netzbetreiber Vodafone. Bird ist Lieferant des französischen Elektronikkonzerns Sagem.

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