Mobilfunker
Vodafone kauft indische Hutchison-Essar

Die Mobilfunkkonzerne haben ein Problem: In den Industrienationen hat schon beinahe jeder ein Handy. Wachsen ist hier fast unmöglich. Deshalb weichen die Unternehmen in Schwellenländer aus, so auch Vodafone. Die Briten haben sich Indiens Nummer vier der Branche, Hutchison Essar, gesichert. Allerdings zu einem hohen Preis.

HB BARCELONA/BOMBAY. Vodafone übernehme für 11,1 Mrd. US-Dollar die 67 Prozent der Anteile an Hutchison Essar, die gegenwärtig vom Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa kontrolliert würden, teilte der britische Mobilfunkriese am späten Sonntagabend mit. Damit hat sich Vodafone gegen weitere Bieter durchgsetzt. Bislang ist der Konzern lediglich mit einem kleinen Anteil an einem anderen indischen Mobilfunker beteiligt.

Für Vodafone ist das Geschäft mit einem Umfang von insgesamt 13,1 Mrd. Dollar – einschließlich 2 Mrd. Dollar Schulden – das größte seit der Übernahme des Düsseldorfer Mischkonzerns Mannesmann im Jahr 2000. Mit dem Kauf sichert sich die vom gebürtigen Inder Arun Sarin geführte Vodafone einen Zugang zu dem zweitgrößten und am schnellsten wachsenden Mobilfunkmarkt der Welt. Der Markt wächst derzeit um rund sechs Millionen Kunden im Monat.

Hutchison Whampoa hatte im Dezember signalisiert, dass er sich von seiner Zwei-Drittel-Mehrheit an Hutchison Essar, einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem indischen Mischkonzern Essar, trennen will. Hutchison Essar ist mit mehr als 23 Millionen Kunden die Nummer vier auf dem indischen Mobilfunkmarkt. Der Marktanteil liegt bei 16 Prozent.

Vodafone wächst und wächst

Vodafone hat weltweit mehr als 200 Millionen Kunden und will in den kommenden Jahren um weitere 100 Millionen wachsen. Die Märkte in den Industrienationen sind jedoch gesättigt, weshalb Vodafone gezwungen ist, in Schwellenländer auszuweichen. Dass die Strategie aufgeht, haben die Zahlen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres gezeigt. Während Vodafones Umsatz in Europa nur um 0,9 Prozent stieg, sprang er im Rest der Welt um 14,4 Prozent.

Einen weiteren Ausbau des Engagements in Schwellenländern sehen Analysten als gute Strategie. Damit könne sich Vodafone auch von anderen Mobilfunkkonzernen abheben, sagten sie. Die Anleger seien dafür, dass Vodafone Hutchison Essar kaufe, weil es der Aktie helfe, ein Wachstumswert zu bleiben, erläuterte Adam Steiner, Fondsmanager bei SVG Capital, noch Anfang Februar. Nur dürfe es nicht zu teuer werden.

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