Mobilfunkfrequenzen
AT&T investiert Milliardenbetrag

Der US-Telefonriese AT&T will mit neuen Frequenzen im Wert von 1,93 Milliarden Dollar sein Mobilfunknetz ausbauen. Mit den Frequenzen des Chipherstellers Qualcomm sollen schnelle Internetverbindungen der vierten Generation angeboten werden.
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HB NEW YORK. AT&T-Kunden beklagen vor allem in Großstädten wie New York oder San Francisco Gesprächsabbrüche und langsame Internetverbindungen. Zu der wachsenden Nachfrage nach dem schnellen Internet tragen vor allem Smartphones wie das iPhone bei. AT&T ist in den USA der Exklusivpartner von Apple für das Gerät.

Der Mitteilung zufolge wollen AT&T und Qualcomm den Kauf in der zweiten Jahreshälfte 2011 abschließen. Qualcomm wollte die Frequenzen eigentlich für mobiles Fernsehen nutzen, das unter dem Namen FLO TV vermarktet wurde, aber nie richtig in Gang kam.

Der Frequenzbereich von 700 Megahertz ist besonders begehrt, weil die Funkwellen eine große Reichweite haben und auch dicke Wände durchdringen können. Mit der Lizenz können praktisch alle Amerikaner erreicht werden. Früher wurde das Spektrum für herkömmliches Fernsehen genutzt.

AT&T will den 4G-Standard ausbauen, der schnellere Internetverbindungen und etwa einen besseren Empfang von Videos ermöglicht. Kleinere Konkurrenten wie Sprint Nextel oder Clearwire bieten die Technik bereits an. Auch Verizon funkt neuerdings mit schnelleren Verbindungen nach dem LTE-Standard und wird Experten zufolge wohl ab 2011 das iPhone verkaufen dürfen. Noch ist allerdings unklar, ob die neue Variante des Kassenschlagers diesen Standard unterstützt. Das neueste Modell, das im Sommer 2010 auf den Markt kam, ermöglicht schnelle Mobilfunkverbindungen nur mit 3G, auch bekannt unter UMTS.

Auch in Deutschland kommt der Ausbau des mobilen Internets der vierten Generation voran. So gaben die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 Milliarden aus, um bei einer Versteigerung von nicht mehr benötigten Fernsehfrequenzen im Frühjahr zum Zuge zu kommen. Mit einem Teil der Frequenzen soll das schnelle Internet in abgelegenen Regionen Deutschlands angeboten werden. Die drei Mobilfunker wollen beim Aufbau des LTE-Netzes zusammenarbeiten, um Geld zu sparen.

Die Aktien von AT&T gaben bis Montagmittag (Ortszeit) 0,4 Prozent in einem negativen Umfeld nach. Qualcomm lagen um 0,3 Prozent im Plus.

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