Mobilfunkgeschäft übertrifft Erwartungen
Vivendi ruft gemischte Gefühle hervor

Dank seines Mobilfunkgeschäfts hat der französische Medien- und Telekommunikationskonzern Vivendi Universal im vierten Quartal 2005 die Markterwartungen übertroffen. Allerdings enttäuschten der Umsatz der zu Vivendi gehörenden weltgrößten Plattenfirma Universal Music Group (UMG) sowie das Spielegeschäft.

HB PARIS. Vivendi setzt seine Erholung nach einer dreijährigen Phase der Umstrukturierung fort. Der Konzern musste Anteile verkaufen, um seine Schulden abzubauen. Inzwischen zeigt sich das Unternehmen wieder an Übernahmen interessiert.

In dem am 31. Dezember zu Ende gegangenen vierten Quartal stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 5,48 Mrd. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 5,43 Mrd. Euro gerechnet.

Für seine Mobilfunktochter SFR, den zweitgrößten Anbieter in Frankreich, bezifferte Vivendi den Quartalsumsatz auf 2,212 Mrd. Euro. Hier waren Analysten im Schnitt von 2,097 Mrd. Euro ausgegangen. SFR konnte seinen Kundenstamm im Jahr 2005 um 8,7 Prozent auf rund 17,2 Mill. Kunden ausbauen.

„Das ist ein sehr gemischtes Ergebnis“, sagte Nicolas Gindre, Analyst bei Kepler zu den Quartalszahlen. Ein anderer in Paris ansässiger Analyst sagte, die Ergebnisse entsprächen insgesamt den Erwartungen. Nur die Zahlen des Spielgeschäfts lägen eindeutig darunter.

Im Spielegeschäft, zu dem Titel wie „World of Warcraft“ gehören, sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,2 Prozent auf 245 Mill. Euro. Der Umsatz der Musiksparte UMG sank um 1,7 Prozent auf 1,68 Mrd. Euro und lag damit unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 1,73 Mrd. Euro. Obwohl sich der Absatz im digitalen Musikgeschäft im vergangenen Jahr auf 259 Mill. Euro fast verdreifacht hat, konnte dies den Umsatzrückgang bei CDs und Singles nicht ausgleichen.

Das zu Vivendi gehörende Bezahlfernsehen Canal Plus steigerte seinen Umsatz um 6,3 Prozent auf 892 Mill. Euro. Analysten hatten mit 866 Mill. Euro gerechnet. Der Sender konnte seinen Kundenstamm im vergangenen Jahr um 310 000 auf 8,25 Mill. Kunden ausbauen. Canal Plus bemüht sich derzeit um die Übernahme seines kleineren Konkurrenten TPS. Im gesamten Jahr 2005 setzte der in Paris ansässige Konzern 19,5 Mrd. Euro um, ein Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2004.

Vivendi-Aktien gaben an der Pariser Börse 1,29 Prozent nach und notierten am späten Nachmittag bei 26,06 Euro. Die Anteilsscheine hatten im vergangenen Jahr fast zehn Prozent zugelegt.

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