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Mobilfunkgesellschaft: Telekom ändert die US-Strategie

T-Mobile hat in den USA im vergangenen Jahr geschwächelt und etliche Vertragskunden an Rivalen verloren. Doch schon in diesem Jahr will die zweitgrößte Mobilfunkgesellschaft der Telekom wieder wachsen. Der neue US-Chef verordnet dem Konzern ein Sparprogramm und ehrgeizige Wachstumsziele.

René Obermann am Telefon: Der Telekom-Chef will in den USA mit Hilfe des mobilen Internets zulegen. Quelle: dpa
René Obermann am Telefon: Der Telekom-Chef will in den USA mit Hilfe des mobilen Internets zulegen. Quelle: dpa

NEW YORK/DÜSSELDORF. Der neue Chef von T-Mobile USA will die angeschlagene Mobilfunktochter der Telekom mit einem Sparprogramm und einer neuen Strategie noch in diesem Jahr zurück auf den Wachstumspfad führen. Philipp Humm stellte gestern – nach rund einem halben Jahr im Amt – seine neue Strategie vor, die stark an das Konzept des deutschen Mobilfunkers E-Plus erinnert.

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Der hat 2005 als kleinster Anbieter den deutschen Mobilfunkmarkt mit Billigpreisen aufgemischt und ist durch Vertriebspartnerschaften unter anderem mit Aldi sowie Zielgruppen-Angeboten wie einem Tarif für Türken lange Zeit stärker gewachsen als der Markt. Durch ganz gezielte Investitionen in das eigene Netz hat er sich zudem zu einem der profitabelsten Anbieter gemausert.

Humms Konzept zeigt deutliche Parallelen dazu auf: Der 50-Jährige kündigte Datenpakete für das mobile Surfen im Internet an, die deutlich billiger sind als die der Konkurrenz. Er plant zudem spezielle Tarife für spanischsprechende Kunden in den USA und weitere Vertriebspartnerschaften. Im vergangenen Jahr hat T-Mobile USA bereits den Einzelhändler Wal-Mart als Partner gewonnen. Mit dem Bau eines noch schnelleren Netzes will die Telekom warten, bis genügend Handys auf dem Markt sind, die in diesem Netz auch funktionieren.

Die Telekom versucht seit zwei Jahren, ihre US-Tochter wieder anzuschieben. Sie verliert seit 2009 zahlungsstarke Vertragskunden, der operative Gewinn (Ebitda) sinkt.

Humms Strategie soll dafür sorgen, dass der Umsatz bis 2014 um drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) steigt – das wäre ein Plus von rund 14 Prozent gegenüber 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2009. Die Kosten will er bis 2013 um eine Milliarde Dollar senken. Mit Sparprogrammen kennt er sich aus – Humm war zuvor einige Jahre Chef der deutschen Mobilfunksparte der Telekom. Die hat als erste im Konzern einen Sparplan umgesetzt.

Die USA sind nach Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt für die Telekom. T-Mobile USA trägt ein Viertel zum Umsatz und ein Fünftel zum operativen Gewinn (Ebitda) des gesamten Konzerns bei. Das Verhältnis verdeutlicht aber nicht nur den großen Beitrag der US-Tochter. Es zeigt auch, dass die Rendite in den USA schlechter ist als im Gesamtkonzern.

Das soll sich ändern: Humm will die Ebitda-Marge von aktuell 29 Prozent bis 2015 auf einen Wert in der Mitte zwischen 30 und 40 Prozent steigern. Damit allerdings fällt er hinter früher ausgegebene Ziele zurück. Bisher hieß es, schon 2012 werde die US-Tochter 35 Prozent Ebitda-Marge erreichen. „Jetzt ist das zwei Jahre nach hinten geschoben und auch noch unkonkreter geworden“, sagt Wolfgang Specht von der WestLB. Er hält die Strategie grundsätzlich für noch nicht ausgereift. Ein anderer Analyst nannte sie „wie erwartet langweilig“.

Die Analysten gehen davon aus, dass sich die Telekom damit Zeit kaufen will, um weitere Optionen für eine Partnerschaft in den USA auszuloten. Denn auch wenn sie mit dem Bau des superschnellen Netzes noch warten will: Langfristig sucht sie einen Partner, mit dem sie sich die hohen Investitionen teilen kann.

In New York versicherte Humm zusammen mit Telekom-Chef René Obermann, T-Mobile USA sei grundsätzlich stark genug, sich selbst zu finanzieren. Um die Finanzkraft zu stärken, könne man unter anderem Antennenstandorte in den USA verkaufen. Das war als Signal an die Investoren gedacht, dass nicht permanent Geld aus Bonn in das US-Geschäft fließen muss.

Obermann begleitet die US-Strategie intensiv: Als Humm im vergangenen Jahr seine Antrittsrede vor den Beschäftigten am Firmensitz in Seattle hielt, flog der Vorstandschef ein, um sich davon zu überzeugen, dass er die Mitarbeiter richtig mit ins Boot holt. Humm ist der erste Deutsche, der die US-Tochter leitet.

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