Mobilfunkkonzern
Spanien und Italien verhageln Vodafone die Bilanz

Die klammen Verbraucher in den südeuropäischen Schuldenländern bescheren Vodafone eine Abschreibung in Milliardenhöhe. Der Mobilfunkkonzern fährt einen herben Verlust – und fällt wieder hinter den Erzrivalen zurück.
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LondonDie krisengeplagten Spanier und Italiener lassen immer öfter ihr Handy links liegen und brocken damit dem Mobilfunkriesen Vodafone milliardenschwere Abschreibungen ein. Der weltweite Branchenprimus teilte am Dienstag mit, wegen des schwierigen Marktumfelds auf die Sparten in beiden Ländern 5,9 Milliarden Pfund abgeschrieben zu haben. Trotz der Zuwächse in Deutschland und den USA sank der Konzernumsatz im Zeitraum von April bis September um mehr als sieben Prozent. Anleger ergriffen die Flucht, die Vodafone-Aktie brach um 4,5 Prozent ein.

"Wenn man den Einfluss aus den USA abziehen würde, sähen diese Ergebnisse sehr schwach aus, und das ist ein Problem", sagte Analyst Will Draper von Espirito Santo. Quer durch alle Branchen hinterlässt der Nachfrage-Einbruch als Folge der Schuldenkrise in den südeuropäischen Ländern tiefe Spuren bei europäischen Konzernen. Vodafone kann die Schwäche in Europa zwar durch Zuwächse in den USA sowie in Schwellenländern zum Teil ausgleichen. Das Wachstum in den aufstrebenden Märkten schwächt sich aber ab.

Vodafones Service-Umsatz ging im abgelaufenen Geschäftsquartal um 1,4 Prozent zurück.Damit sank die Kennziffer, die die laufenden Einnahmen ohne Einmaleffekte wiedergibt, erstmals seit 2010 - und zudem deutlich stärker als von Analysten erwartet. In Südeuropa brachen die laufenden Einnahmen sogar um mehr als zehn Prozent ein. Allein im September verzichteten eine Viertel Million Spanier auf ihr Mobiltelefon. Auch auf dem britischen Heimatmarkt ist das Geschäft rückläufig.

In Deutschland steht Vodafone dagegen deutlich besser da. In den sechs Monaten bis Ende September steigerte der Deutsche-Telekom-Konkurrent den Service-Umsatz um drei Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Vodafone profitierte besonders vom Smarphone-Boom, der die Datenübertragung in die Höhe treibt. Auch das Geschäft mit Firmenkunden nahm deutlich zu.

Doch der Mobilfunkbetreiber hat die gerade errungene Marktführerschaft auf dem deutschen Mobilfunkmarkt beim Umsatz und den Kundenzahlen wieder an die Telekom verloren. In den Netzen der Deutschland-Tochter des britischen Konzerns telefonierten Ende September 35,1 Millionen Kunden. Das waren fast eine Million Kunden weniger als bei T-Mobile.

Bei den Service-Umsätzen lag die Telekom mit einem hauchdünnen Vorsprung wieder vor Vodafone. Der Rückgang der Kundenzahlen sei vor allem bedingt gewesen durch die Ausbuchung von inaktiven Kunden mit vorausbezahlten Karten, begründete Vodafone die Entwicklung. Das Unternehmen hatte sich erst im Schlussquartal 2011/12 bei den Umsätzen wieder an die Spitze gesetzt, nachdem es bei den Kunden bereits seit Herbst vergangenen Jahres vorne gelegen hatte.

Der Vodafone-Umsatz von April bis September 2012 schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf 21,78 Milliarden Pfund (27,2 Milliarden Euro). Der Konzern verbuchte einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebitda) von 2,9 Prozent auf 6,6 Milliarden Pfund und verfehlte damit die Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich stand für das erste Geschäftshalbjahr sogar ein Verlust von knapp 1,9 Milliarden Pfund in den Büchern.

Dennoch hält Vodafone an seiner Dividenden-Zusage fest. Dies tat zuletzt auch die Deutsche Telekom trotz einer Milliarden-Last im kriselnden US-Mobilfunkgeschäft. Die Konkurrenten Telefonica, France Telecom und Telekom Austria dagegen kappen wegen der Auswirkungen der Euro-Krise auf ihre Geschäfte die Ausschüttungen an die Aktionäre.

 
Agentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "In Deutschland steht Vodafone dagegen deutlich besser da." Papier ist geduldig. Jetzt gerade noch steht Vodafone Deutschland besser da als seine Europäischen Vodafone Partner. Dort stand man am Anfang als die Wirtschaftkrise in die dortigen Märkte hereinbrach.
    "Vodafone profitierte besonders vom Smarphone-Boom, der die Datenübertragung in die Höhe treibt."
    Jetzt kann das einst "BesteNetz" - heuer ist Vodafone gerade noch knapp über Platz drei - zeigen ob die angegammelte Netztechnik mit alten/ schwachen Anbindungen mit minimalem Willen zur Modernisierung den Smartphone-Boom auch Netzseitig bedienen kann. Die Telekom hat Vodafone schon lange in der Netztechnik hinter sich gelassen und verdient an jeder Netzanbindung der Briten mit. Jedes Stück Glas muss sich Vodafone mieten! Wer nur abschöpfen möchte in Deutschland, nur Antennen kauft und nichts in dass Netz investiert, dem gehört es auch nicht anders. Der muss mieten vom Markführer. Bleibt wenigstens was im Inland hängen :-)

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