Mobilfunkkonzerne
Vodafone versilbert Anteil an China Mobile

Milliardensegen für Vodafone: Der britische Mobilfunkkonzern hat sich von seiner gut dreiprozentigen Beteiligung an China Mobile getrennt und dabei kräftig Kasse gemacht.
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HB HONGKONG. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat sich von seiner gut dreiprozentigen Beteiligung an China Mobile getrennt und dabei kräftig Kasse gemacht. Mit 6,5 Mrd. Dollar nahm der nach Umsatz weltweite Branchenprimus rund doppelt so viel ein wie er seinerzeit für den Anteil auf den Tisch gelegt hatte. Vodafone hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, sich nach und nach von nicht-strategischen Beteiligungen zu trennen. Daher kam der Schritt zwar nicht völlig überraschend, aber früher als erwartet.

Vodafone hält noch Minderheitsbeteiligungen bei Netzbetreibern in Polen, Frankreich und Indien, die auch verkauft werden dürften. Die Briten trennten sich nun von 642,9 Mio. China-Mobile-Aktien oder 3,2 Prozent am Unternehmen.

Die Titel von China Mobile reagierten am Mittwoch mit kräftigen Verlusten und gaben zeitweise um mehr als vier Prozent nach. Sie beendeten den Handel 3,8 Prozent im Minus. Dies ist der größte Tagesverlust seit einem Jahr. Das Handelsvolumen war mit 740 Mio. Aktien deutlich erhöht verglichen mit zuletzt rund 21 Millionen. Die Aktien von Vodafone notierten in London kaum verändert. Der Großteil der Einnahmen soll nach Firmenangaben an die Aktionäre zurückgegeben werden und in den Schuldenabbau fließen.

Die beiden Mobilfunker arbeiten bereits seit zehn Jahren in verschiedenen Geschäftsfeldern eng zusammen. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. China gilt wegen seiner fast 800 Mio. Kunden als weltgrößter Mobilfunkmarkt. Die Wachstumsraten haben sich bei China Mobile ebenso wie beim Konkurrenten China Unicom zuletzt abgeschwächt, da der Markt für Sprachtelefonie zunehmend als gesättigt gilt; die Umsätze sind rückläufig. Als Chance, die Kosten zu senken, gilt der UMTS-Nachfolgestandard LTE (Long Term Evolution), der Analysten zufolge bei China Mobile 2012 Einzug halten soll.

Eine andere Strategie verfolgt die spanische O2-Mutter Telefonica: Sie hält 8,4 Prozent an China Unicom und will die Beteiligung noch in diesem Jahr auf zehn Prozent ausbauen.

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