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Mobilfunkmarkt: Verizon und Vodafone besiegeln Milliarden-Deal

Eine der größten Wirtschaftstransaktionen der Geschichte ist so gut wie sicher. Einem Medienbericht zufolge besteht Einigkeit über ein 100 Milliarden Euro teures Geschäft zwischen Vodafone und dem US-Mobilfunker Verizon.

Düsseldorf/LondonWie das „Wall Street Journal“ auf seiner Homepage berichtet, haben sich Verhandlungsteams der beiden Mobilfunkkonzerne Vodafone und Verizon auf eine der größten Transaktionen der Wirtschaftsgeschichte geeinigt. Demnach geht der 45-prozentige Anteil an Verizon Wireless, den der britische Mobilfunker Vodafone hält, für umgerechnet etwa 100 Milliarden Euro an die Amerikaner.

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Vodafone bestätigte den Kaufpreis, teilte jedoch mit, dass noch nicht sicher sei, ob das Geschäft mit Verizon tatsächlich zustande komme. Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone und der US-Konzern Verizon befänden sich aber in fortgeschrittenen Gesprächen. Verizon Communications äußerte sich zunächst nicht.

Tatsächlich müssten noch beide Verwaltungsräte dem Vorhaben zustimmen, wie das „Wall Street Journal“ am Sonntagabend berichtete. Bereits am Montag könnte der Abschluss aber auch offiziell verkündet werden. Schon vor dem Wochenende war bekannt geworden, dass die beiden Konzerne miteinander verhandeln.

Für Verizon wäre dies ein lang ersehnter Sieg. Der US-Konzern ringt seit Jahren mit den Briten um eine vollständige Übernahme von Verizon Wireless. Sollte sich Verizon den Mobilfunker nach 13 Jahren der Zusammenarbeit mit Vodafone nun komplett einverleiben, wäre es die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt.

Der Kurs der Vodafone-Aktie stieg an der Londoner Börse zeitweise um bis zu vier Prozent. Die Papiere von Verizon gaben an der Frankfurter Börse dagegen um ein Prozent nach.

Die größten Mobilfunker der Welt

  • Platz 1

    China Mobile

    Mobilfunkverbindungen: 726,3 Millionen (+ 8 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 90,4 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

    Quelle: GSMA Intelligence, Stand: 1. Quartal 2013. Mobilfunkumsatz bezieht sich auf Zeitraum April 2012 bis März 2013, die Rangfolge errechnet sich aus Umsatz und Mobilfunkkunden.

  • Platz 2

    Vodafone Group (Großbritannien)

    Mobilfunkverbindungen: 381,75 Millionen (k.A.)

    Mobilfunkumsatz: 54,5 Milliarden Dollar (- 8 Prozent)

  • Platz 3

    América Móvil Group (Mexiko)

    Mobilfunkverbindungen: 262,9 Millionen (+ 6 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 34,5 Milliarden Dollar (+ 9 Prozent)

  • Platz 4

    Telefónica Group (Spanien)

    Mobilfunkverbindungen: 247,3 Millionen (+ 3 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 46,8 Milliarden Dollar (+ 1 Prozent)

  • Platz 5

    China Unicorn

    Mobilfunkverbindungen: 250,7 Millionen (+ 16 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 21 Milliarden Dollar (+ 17 Prozent)

  • Platz 6

    Verizon Wireless (USA)

    Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

  • Platz 7

    VimpelCom Group (Niederlande)

    Mobilfunkverbindungen: 211,8 Millionen (+ 4 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 19,6 Milliarden Dollar (- 2 Prozent)

  • Platz 8

    Orange Group (Frankreich)

    Mobilfunkverbindungen: 140,2 Millionen (+ 28 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 26,2 Milliarden Dollar (- 7 Prozent)

  • Platz 9

    Bharti Airtel Group (Indien)

    Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

  • Platz 10

    AT&T Mobility (USA)

    Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

    Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

  • Deutsche Telekom

    Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Verizon wolle den Kauf des 45-Prozent-Anteils von Vodafone an dem größten US-Mobilfunkanbieter zur Hälfte über Kredite und Anleihen finanzieren, berichteten eingeweihte Personen. Die andere Hälfte wolle der Konzern mit eigenen Aktien zahlen. Einige Geschäftsteile in Europa sowie in Schwellenländern wie Indien, der Türkei und Afrika würden an Vodafone gehen, wodurch die Steuerlast des britischen Konzerns um fünf Milliarden Dollar sinken könnte.

  • 01.09.2013, 22:08 UhrKlaus

    Die NSA hat dies höchstwahrscheinlich abgesegnet. Jetzt können die Briten Kabel Deutschland und andere Netze kaufen.
    Bundeskartellamt sag nur Amen.

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