Mobilfunkmesse
Kooperation statt Kontroverse

Mitten im Abschwung spricht sich die Branche auf der Mobilfunkmesse in Barcelona selbst Mut zu: T-Mobile, die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, will an den Erfolg des iPhones anknüpfen und kopiert Dienste des iPhone-Produzenten Apple. Wie T-Mobile den Kunden den Wachstumsmarkt mobiles Internet schmackhaft machen will.

BARCELONA. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, wird Dienste des iPhone-Produzenten Apple kopieren. T-Mobile stellt kleine Zusatzprogramme, so genannte Widgets, ins Zentrum seiner neuen mobilen Internet-Plattform. Nutzer können dabei ihre Lieblings-Webdienste als Symbol auf dem Bildschirm ihres Handys speichern. Bislang gab es das nur auf dem iPhone. "Jetzt bieten wir das auf allen Geräten und Betriebssystemen an", kündigte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan in Barcelona an. Ein Knopfdruck auf das Symbol öffnet den eigens für das Handy konfigurierten Dienst. 120 solcher Miniprogramme bietet T-Mobile und deckt damit nach eigenen Angaben ein Viertel der beliebtesten Internet-Dienste ab.

Akhavan will so an den Erfolg des iPhones anknüpfen, das T-Mobile in Deutschland exklusiv vertreibt. Bis zur Jahresmitte will er eine Million der Geräte kaufen, die die Branche gehörig aufgewirbelt haben - und die Umsätze der Netzbetreiber in die Höhe getrieben haben: Besitzer des Apfel-Handys nutzen 60 Prozent mehr Datendienste als Nutzer von herkömmlichen Geräten.

Mit der neuen Plattform will T-Mobile auch den übrigen Kunden das mobile Internet schmackhaft machen. Es ist für die Netzbetreiber angesichts gesättigter Märkte und sinkender Minutenpreise die größte Hoffnung, Umsätze und Gewinne wieder steigern zu können. Erste Erfolge sind bereits zu sehen: T-Mobile verdreifachte die Datennutzung im vergangenen Jahr.

T-Mobile-Kunden sollen künftig auch Zugriff auf die Widgets haben, die Handy-Hersteller Nokia in seinem Online-Shop Ovi anbietet - und umgekehrt. Damit nähern sich die beiden Konzerne einander wieder an, nachdem T-Mobile Nokia zunächst heftig wegen der Gründung von Ovi kritisiert hatte. Die Telekom-Tochter sah den Shop als unliebsame Konkurrenz ihrer eigenen Inhalte-Angebote an.

Nokia übt in Barcelona aber nicht nur den Schulterschluss mit der Telekom-Tochter, sondern auch mit Skype. Der finnische Weltmarktführer installiert den Internet-Telefonie-Anbieter künftig auf allen Geräten der N-Serie vor. Bislang war es nur möglich, Skype über eine Zusatz-Software nachträglich auf Nokia-Handys zu laden. Mit Skype telefonieren die Nutzer untereinander umsonst.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%