Mobilfunknetzbetreiber
Höhere Weiterleitungs-Gebühren beantragt

Für die Weiterleitung von Gesprächen aus anderen Netzen wollen die deutschen Mobilfunknetzbetreiber beim Regulierer höhere Gebühren durchsetzen. Die Telefonica-Tochter O2 Germany will künftig sogar mehr als das Doppelte verlangen.

HB DÜSSELDORF. Die Bundesnetzagentur müsse bis Ende November über die Anträge entscheiden, sagte eine Behördensprecherin am Freitag. Dann laufen die bisherigen Gebühren aus. Die Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Jahr erstmals in den Mobilfunkmarkt eingegriffen und die Gebühren um 20 Prozent gesenkt, nachdem eine freiwillige Einigung in der Branche gescheitert war. Die Gebühren sollen die Kosten für den Betrieb der Netze decken. Was zu den tatsächlichen Kosten zählt, wird aber von den Anbietern offenbar unterschiedlich bewertet.

Wie aus den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Anträgen hervorgeht, will O2 ab dem 1. Dezember ein sogenanntes Terminierungsentgelt von 19,63 Cent die Minute durchsetzen. Bislang erhält O2 ebenso wie E-Plus 9,94 Cent die Minute. Die Düsseldorfer KPN-Tochter verlangt nun 12,4 Cent.

Weil die beiden kleineren Anbietern später starteten und zunächst nur im E-Netz operierten, das den Aufbau von mehr Basisstationen erforderte, gestand Chefregulierer Matthias Kurth ihnen höhere Gebühren zu als T-Mobile und Vodafone. Doch die beiden Großen wollen sich mit den 8,78 Cent nicht länger zufriedengeben. T-Mobile will ein Entgelt von 10,92 Cent die Minute durchsetzen, Vodafone für die Dauer von vier Monaten 9,58 Cent und dann für ein Jahr 8,97 Cent die Minute.

Die Mobilfunknetzbetreiber hatten gegen den Eingriff des Regulierers vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt und Recht bekommen. Jedoch legte die Bundesnetzagentur Revision beim Bundesverwaltungsgericht ein. Der Regulierer erhofft sich durch die Senkung auch niedrigere Endkundenpreise. Doch Kritiker erachten die Gebühren als immer noch zu hoch, um die Lücke zu den Festnetzpreisen wesentlich verkleinern zu können.

Vor dem Eingriff hatten die Anbieter die Gebühren in zwei Schritten freiwillig gesenkt. Eine Einigung scheiterte aber bei der vergangenen Runde, weil E-Plus eine weitere Spreizung der Gebühren gefordert hatte, um Kostennachteile gegenüber den großen Anbietern auszugleichen.

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