Möglicher Milliarden-Deal Softbank plant Börsengang der Mobilfunktochter

Die Softbank Group möchte mit Teilen ihrer Mobilfunktochter an die Börse gehen. Der Antrag für die Emission ist den Informationen nach für das Frühjahr geplant. Der Börsengang könnte einer der größten in Japan werden.
Update: 15.01.2018 - 13:11 Uhr Kommentieren
Softbank plant Börsengang der Mobilfunktochter Quelle: dpa
Softbank

Die Aktie von Softbank ist nach Bekanntwerden der Pläne um die Mobilfunktochter gestiegen.

(Foto: dpa)

TokioIn der japanischen Technologiebranche steht möglicherweise ein milliardenschwerer Börsengang bevor. Die Softbank Group wolle 30 Prozent von ihrer Mobilfunktochter an die Börse bringen und damit etwa 18 Milliarden Dollar erlösen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Montag ohne Angabe von Quellen.

Der Antrag für die Emission solle bereits im Frühjahr - zwischen März und Mai - gestellt werden, die Erstnotiz sei für den Herbst in Tokio und eventuell in London geplant. Der Börsengang könnte einer der größten in Japan überhaupt werden.

In Japan zeichnet sich der größte Börsengang seit fast zwei Jahrzehnten ab: Die Softbank Group will 30 Prozent ihrer Mobilfunktochter an die Börse bringen und könnte damit etwa 18 Milliarden Dollar erlösen. Dies sei eine Option, erklärte das Unternehmen am Montag. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Der Antrag für die Emission soll der Tageszeitung „Nikkei“ zufolge bereits im Frühjahr - zwischen März und Mai - gestellt werden. Die Erstnotiz ist demnach für den Herbst in Tokio und eventuell in London geplant.

An der Börse in Tokio kam die Nachricht gut an. Softbank-Papiere gewannen über drei Prozent an Wert. Softbank ist auch Großaktionär beim US-Mobilfunkanbieter Sprint, dessen Pläne für eine Fusion mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US Ende vergangenen Jahres scheiterten.

Neben Anlegern können auch Experten den Plänen etwas abgewinnen. „Es ist sinnvoll, das Mobil-Geschäft mit einem Börsengang auszulagern“, sagte Erik Gordon, Professor an der Ross School of Business der Universität von Michigan. Softbank behalte die Kontrolle. Die Erlöse könnten genutzt werden, um in Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten zu investieren. „Es ist eine Möglichkeit, an Kapital zu kommen, ohne Schulden aufzunehmen oder die Beteiligungen an Wachstumsunternehmen zu verwässern“, sagte Gordon.

Hohe Verbindlichkeiten

Die SoftBank Group ist an zahlreichen Technologieunternehmen beteiligt, darunter am britischen Chipdesigner ARM Holdings und am chinesischen Online-Händler Alibaba. Zusammen mit anderen Investoren hat sie zudem den 93 Milliarden Dollar schweren Vision Fund aufgelegt, der Geld in zahlreiche Technologiefirmen steckt. Die Marktkapitalisierung von Softbank liegt bei 92 Milliarden Dollar, während allein der knapp 30-prozentige Alibaba-Anteil etwa 140 Milliarden Dollar wert ist. Dem stehen Verbindlichkeiten von rund 100 Milliarden Dollar gegenüber.

Ein Börsengang in der Größenordnung von - in heimischer Währung gerechneten - zwei Billionen Yen durch eine japanische Firma gab es zuletzt 1998, als der Mobilfunkmarkführer NTT DoCoMo den Sprung aufs Parkett wagte und 2,1 Billionen Yen erlöste. Noch größer war 1987 der Börsengang der bis dahin in Staatsbesitz befindlichen Nippon Telegraph and Telephone, der 2,2 Billionen Yen schwer war. Softbank erklärte, ein Börsengang des Mobilfunkbereichs sei eine Option.
Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. An der Börse in Tokio kam die Nachricht gut an. Softbank-Papiere gewannen vier Prozent an Wert. Softbank ist auch Großaktionär beim US-Mobilfunkanbieter Sprint, dessen Pläne für eine Fusion mit der Telekom-Tochter T-Mobile US Ende letzten Jahres scheiterten.

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