Der Softwarekonzern SAP
will seine Rentabilität verbessern und damit zu seinen schärfsten Konkurrenten aufschließen. "Wir haben bei der operativen Marge zum Wettbewerb noch Handlungsbedarf", sagte der im kommenden Frühjahr ausscheidende SAP-Co
-Vorstandschef Henning Kagermann am Dienstag in Mannheim. Auf der Hauptversammlung musste er sich auch Kritik gefallen lassen.
Die beiden gleichberechtigten Vorstandsvorsitzenden von Europas größtem Softwarehersteller SAP, Leo Apotheker (l) und Henning Kagermann, unterhalten sich in der Mannheimer SAP-Arena vor Beginn der Hauptversammlung. Foto: dpa
MANNHEIM. Die Sicherheitsbeamte sind fix, lange Schlangen vor den Halleneingängen wie in früheren Jahren? Fehlanzeige. Auffällig diszipliniert geht es auch im Inneren zu. Die sonst bei großen Aktionärstreffen übliche Hektik, sie kann bei dem riesigen Platz gar nicht erst aufkommen.
Erstmals findet das Treffen der SAP
-Anteilseigner in der von SAP
-Mitgründer Dietmar Hopp finanzierten Mannheimer SAP-Arena statt. Und dort, wo sonst die Eishockey-Mannschaft der Mannheimer Adler versuchen, von einem Sieg zum nächsten zu fliegen, fühlen sich die Aktionäre sichtlich wohl, war es doch ihr Wunsch, das Treffen hierhin zu verlegen.
"Es ist gar nicht so kalt hier, wie ich dachte, dass es in einer Eishockey-Halle sein müsste", scherzt Jella Benner-Heinacher, die Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: "Die SAP
-HV gehört in die SAP-Arena. Das ist ein Heimspiel, dass Sie nur gewinnen können."
Doch das war es dann auch schon mit dem Lob. Der restliche Vortrag der Aktionärs-Vertreterin fällt deutlich kühler aus. Es ist der müde Aktienkurs, der die Stimmung der Anteilseigner trübt. Zwar legte das Papier um 1,2 Prozent zu, während die Aktionäre dem Vorstand ihr Leid klagen. Doch mit knapp 35,60 Euro ist das Papier immer noch deutlich weniger wert als Ende 2006, als es noch gut 40 Euro kostete.
Selbst das wäre den Aktionären aber nicht genug. "35 Euro, das ist doch nicht der echte Wert der SAP
-Aktie. 50 Euro, das ist das, was wir uns vorstellen", gibt Beller-Heinacher den Kurs vor. Sollte die Aktie weiterhin so "flügellahm bleiben", müsste im Gegenzug dann eben die Dividende steigen.
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"Sie können mit diesem Kursverlauf nicht zufrieden sein. Und wir sind es auch nicht", räumt Henning Kagermann, langjähriger Vorstandschef der SAP
, ein. Und versucht gut Wetter zu machen. "Wir sind überzeugt, dass Ihre Investition in SAP
eine gute Entscheidung ist und bald wieder deutlich bessere Früchte tragen wird."
Die Steigerung der Profitabilität "steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben." Größter Konkurrent von SAP
ist der US-Datenbankanbieter Oracle, auch Microsoft mischt im Geschäft für Unternehmenssoftware mit.
Auf seiner letzten Hauptversammlung als SAP
-Lenker bekräftigte Kagermann: "Es gibt keinen strukturellen Grund, weshalb SAP
nicht über die Jahre eine bereinigte operative Marge von 35 Prozent erreichen sollte." Seit wenigen Wochen führt Kagermann den weltgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware gemeinsam mit Vertriebschef » Leo Apotheker , der im kommenden Frühjahr allein das Ruder übernimmt.
Für dieses Geschäftsjahr bestätigte SAP
seine bisherige Prognose. "Das laufende Jahr wird nicht leicht, aber wir halten an unserer ambitionierten Prognose fest", sagte der SAP-Co
-Chef. Der Umsatz mit Softwarelizenzen und-wartung soll ohne Berücksichtigung von Wechselkursen um 24 bis 27 Prozent wachsen. Vor Steuern und Zinsen soll die Gewinnmarge auf 28,5 bis 29,0 Prozent von 27,3 Prozent im Jahr 2007 steigen. "Daran wollen wir trotz einer sehr schwierigen US-Konjunktur festhalten", sagte Kagermann.
Neben einer Verbesserung der Marge werde in den nächsten Monaten vor allem eine Steigerung der Kundenzahl angestrebt. Sie beläuft sich inklusive des Zukaufs Business Objects nach Angaben des Managers derzeit auf mehr 70 000. Seine Spitzenposition bei Unternehmenssoftware will SAP
2008 mit gezielten Zukäufen und neuen Produkten untermauern. "Wir bleiben fokussiert auf den großen und weiter wachsenden Markt der Unternehmenssoftware", sagte Kagermann. Die Zahl der Mitarbeiter solle um 4 000 wachsen. SAP
hatte Ende vergangenen Jahres 43 900 Beschäftigte.

