Mühsame Aufspaltung
Infineon hält an Börsenplänen fest

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart bleibt seinem Kurs treu: Die Speichersparte des Konzerns soll im Sommer abgespalten werden. Daran änderten auch deren tiefrote Zahlen im vergangenen Quartal nichts, sagte Ziebart gestern in einer Telefonkonferenz.

jojo HB MÜNCHEN. Auch an den Börsenplänen werde nicht gerüttelt. „Wir halten einen IPO noch immer für die beste Lösung“, beharrte der Manager.

Analysten hatten in den letzten Tagen argumentiert, dass eine Emission angesichts der katastrophalen Zahlen immer schwieriger werde. Deshalb sei auch ein Verkauf oder eine Fusion mit einem Wettbewerber denkbar. Dazu wollte sich Ziebart jedoch nicht äußern.

Der Halbleiterhersteller Infineon hatte im November angekündigt, sich vom stark schwankenden Speichergeschäft zu trennen. Der Bereich erwirtschaftet 40 Prozent des gesamten Umsatzes. Künftig will sich Europas zweitgrößter Halbleiterhersteller ganz auf so genannte Logik-Chips konzentrieren, wie sie etwa in Handys oder Autos eingebaut werden. Die Umsätze hier sind stabiler als mit Speichern.

Das Speichergeschäft ist im abgelaufenen Quartal bei einem Umsatz von 678 Mill. mit 118 Mill. Euro überraschend tief in die roten Zahlen gestürzt. Im selben Zeitraum des Vorjahres hatte der größte Bereich der früheren Siemens-Tochter noch einen Gewinn von fast 200 Mill. Euro eingefahren. Auslöser des Einbruchs sind dramatisch gesunkene Preise für Speicherchips, so genannte Drams.

Ziebart zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass ein Börsengang möglich ist. So habe es auch AMD geschafft, seine defizitäre Speichersparte Spansion an die Börse zu bringen. Allerdings mussten die Amerikaner den Preis für ihre Tochter im Dezember deutlich senken. Statt der ursprünglich geplanten 16 bis 18 Dollar bekam der Intel-Konkurrent letztlich nur 12 Dollar je Aktie. Spansion produziert allerdings so genannte Flash-Speicher und keine Drams wie Infineon. Flash wird unter anderem in die beliebten MP3-Spieler und Handys eingebaut.

Wie viel die Investoren derzeit bereit sind, für Dram-Hersteller zu bezahlen, wird sich Ende März zeigen. Dann bringt Infineon zusammen mit seinem Taiwaner Partner Nanya das Gemeinschaftsunternehmen Inotera an die Börse. Inotera betreibt eine Dram-Produktion in Taiwan und baut derzeit sein zweites Werk auf der Insel.

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