Münchener Medienunternehmen schneidet besser ab als die meisten Produzenten in Deutschland
Constantin hängt Film-Konkurrenz ab

Die Constantin Film AG ist auf Höhenflug: Mit Erfolgsstreifen wie der Komödie „(T)Raumschiff Surprise“ und dem Hitler-Epos „Der Untergang“ konnten die Münchener ihren Umsatz 2004 mehr als verdoppeln.

jojo/hps MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Zudem erwirtschaftete der Filmproduzent erstmals seit 2000 wieder einen Gewinn. Damit ließ Constantin die meisten anderen börsennotierten deutschen Filmfirmen weit hinter sich. Es zahle sich jetzt aus, dass Constantin die Geschäftsbasis seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2003 ausgedehnt habe, begründete Vorstandschef Fred Kogel die guten Zahlen. „Das reine Filmproduktions- und Verleihgeschäft ist viel zu volatil“, sagte der Manager.

Unter Kogel hat Constantin die DVD-Vermarktung und die Produktion von TV-Formaten neben dem angestammten Kinogeschäft forciert. Mit Erfolg: Der Umsatz stieg 2004 um 116 Prozent auf 247 Mill. Euro, der Gewinn lag bei sieben Mill. Euro nach einem Verlust von zehn Mill. im Vorjahr. Im deutschen Kinomarkt ist Constantin bei den Zuschauerzahlen seit Jahresbeginn die Nummer fünf.

Ganz anders dagegen das Bild bei der Konkurrenz. Der Filmproduzent Internationalmedia (IM), der einzige von der Größe her vergleichbare Wettbewerber hier zu Lande, hat nach einem Verlust vor Zinsen und Steuern von 19 Mill. Euro im vergangenen Jahr kaum noch liquide Mittel. Der Umsatz ist 2004 um ein Viertel auf 185 Mill. Euro eingebrochen. Ob IM 2005 endlich in die schwarzen Zahlen kommen werde, ließ Finanzvorstand Andreas Konle offen.

Dabei hat IM noch vergleichsweise lange durchgehalten. Viele andere börsennotierte Filmfirmen sind nach der Euphorie des Neuen Marktes längst wieder verschwunden oder haben sich neue Geschäftsfelder gesucht. So lebt die Münchener Intertainment AG fast nur noch von Zahlungen aus Klagen in den USA. Advanced Medien hat sich statt des Filmrechtehandels jetzt auf die Bordunterhaltung in Flugzeugen konzentriert. Bei den Kinderfilmspezialisten RTV und TV Loonland sind die Umsätze eingebrochen. Und Michael Kölmel startet mit dem Filmrechtehändler Kinowelt schon den zweiten Anlauf, nachdem das Unternehmen bereits einmal pleite war. Jetzt plant Kölmel sogar, die Berliner Senator Entertainment zu übernehmen. Er muss den Aktionären allerdings noch ein Angebot machen. Zudem sei das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen, hieß es in Berlin. „Es gibt eine Beschwerde des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Krohne“, sagte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde gestern. Er rechnet mit Abschluss des Verfahrens bis zum Sommer.

Constantin-Chef Kogel verspricht trotz der Schwierigkeiten vieler Konkurrenten auch für 2005 gute Zahlen. Der Umsatz soll 190 Mill. Euro erreichen, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) neun Mill. Euro. Vor allem aus dem DVD-Geschäft erhofft sich der frühere Vertraute von Leo Kirc h einen Schub. Die Vermarktung der eigenen Filme hat das Unternehmen 2004 erstmals selbst in die Hand genommen. Auch Kölmel will mit den Silberscheiben künftig kräftig Geld verdienen. Kinowelt erwarb kürzliche sämtliche DVD-Rechte an der Filmbibliothek von Kirch.

Mit „(T)Raumschiff Surprise“ hatte Constantin vergangenes Jahr den erfolgreichsten Film in den deutschen Kinos. Die Komödie spielte mit 9,2 Mill. Besuchern bisher 51 Mill. Euro ein. Der von Constantin-Gründer Bernd Eichinger produzierte Hitler-Streifen „Der Untergang“ landete auf Platz vier der Besucher-Hitliste mit 4,6 Mill. Zuschauern. Die Erlöse beliefen sich auf 30 Mill. Euro.

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