Murdoch schützt sich vor Angriff von Liberty Media
News Corp fürchtet Übernahme-Attacke

Zwei der mächtigsten Medienunternehmer der Welt belauern sich argwöhnisch. Rupert Murdoch, Chef von News Corp., befürchtet offenbar einen feindlichen Übernahmeversuch von John Malone, dem Chef von Liberty Media.

tor HB NEW YORK. News Corp hat deshalb Schutzvorkehrungen getroffen, die eine Übernahme des fünftgrößten Medienkonzerns der Welt erschweren sollen. Diese so genannte Giftpille sorgt dafür, dass News-Corp-Aktionäre neue Aktien zum halben Preis kaufen können, sobald ein Anteilseigner mit seinen Papieren einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.

Grund für diese Maßnahme ist offensichtlich die Tatsache, dass Liberty von der Investmentbank Merrill Lynch eine Kaufoption für weitere acht Prozent an News Corp. erworben hat. Sollte der 63jährige Malone diese Option ausüben, käme Liberty auf 17 Prozent der Anteile. Jeder weitere Aktienkauf würde nach Angaben von News Corp. den Abwehrmechanismus auslösen. Für neue Investoren liegt die Schwelle bei 15 Prozent. Der 73jährige Murdoch und seine Familie halten etwa 30 Prozent an dem Unternehmen.

News Corp ist ein global tätiger Medienkonzern und besitzt neben zahlreichen TV-Stationen (Fox) und Zeitungen, das Filmstudio 20th Century Fox und den Satellitenbetreiber DirectTV. Murdoch hat den Firmensitz gerade von Australien in die USA verlegt. Zahlreiche australische Investoren werden sich deshalb von ihren Aktien trennen, was den Aufkauf der Papiere durch Großanleger wie Malone erleichtert. Dass Murdoch sich auf dem US-Kapitalmarkt gleich mit einer „poison pill“ einführt, dürfte allerdings an der Wall Street für Verstimmung sorgen. Gelten doch solche Schutzwälle als verpönt.

Obwohl Malone jede „feindliche Absicht“ bestreitet, ist Murdoch misstrauisch. Liberty habe die Aktienoption „ohne Diskussion und ohne vorherige Mitteilung“ erworben, stellte News Corp. fest. Deshalb habe man zum Schutz aller Anteilseigner reagieren müssen. Beobachter vermuten, dass Malone auf diese Weise Murdoch drängen wolle, ihm Investments wie den amerikanischen TV-Kanal Starz-Encore abzukaufen.

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