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19.05.2008 
US-Medienkonzern

Murdoch startet Fox in Deutschland

von Hans-Peter Siebenhaar

Der US-Medienkonzern News Corp. baut sein Engagement auf dem deutschen Fernsehmarkt weiter aus. Nach dem Einstieg als Großaktionär beim Pay-TV-Konzern Premiere startet der Medientycoon Rupert Murdoch am kommenden Dienstag den Spielfilmkanal Fox. Der deutsche Ableger des Film- und Serienkanals ist Teil eines Expansionskurses.

LOS ANGELES. "Wir starten mit 18 Stunden Programm. Ein Ausbau auf 24 Stunden ist aber nicht ausgeschlossen", sagte Deutschlandchef Michael Westhoven dem Handelsblatt.

Nach jahrelanger Deutschland-Abstinenz war Murdoch im Januar als Großaktionär beim krisengeschüttelten Bezahlsender Premiere eingestiegen. Dort hält der australisch-amerikanische Medienunternehmer, nach Unternehmensangaben derzeit 22,7 Prozent der Aktien. Eine weitere Erhöhung des Anteils gilt als offenes Geheimnis. Murdoch betreibt zudem den deutschsprachigen Dokumentationssender "National Geographic". Murdoch ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Mediengeschichte, mit seinem neuen Sender Fox hat er in den USA den Fernsehmarkt umgekrempelt, zuletzt übernahm er unter anderem die Dow-Jones-Gruppe, die auch das Wall-Street Journal herausgibt.

Murdochs neuer deutscher Spielfilmsender wird zum Sendestart zunächst nur in den Netzen des Kabelkonzerns Unitymedia zu sehen sein, der 8,6 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen und Hessen verkabelt hat. Hinzu kommt die Satellitenplattform Arena . Die Reichweite soll aber wachsen. "Derzeit führen wir mit allen relevanten Pay-TV-Plattformbetreibern Gespräche über eine Einspeisung", sagt Westhoven. Offenbar werden auch Gespräche mit Premiere geführt, damit die Münchener Fox in ihr Angebot aufnehmen. Ein Premiere-Sprecher wollte den Stand der Gespräche nicht kommentieren.

Der Bezahlsender setzt vor allem auf US-Serien und amerikanische Spielfilme. Das ist wenig überraschend, schließlich gehört Murdoch auch das Hollywood-Studio 20th Century Fox. Doch in Deutschland sollen nicht nur konzerneigene Produktionen laufen. "Natürlich zeigen wir auch Serien und Filme anderer Hollywood-Studios", sagt Westhoven. Strategisch setze Fox aber auf exklusive Serien-Highlights.

Der deutsche Fernsehmarkt gilt in Europa als hart umkämpft. Mittlerweile haben alle großen Hollywood-Studio Ableger gegründet. Beispielsweise betreibt der Micky-Maus-Konzern Disney den Kindersender Super RTL und eine Reihe von Bezahlsender. Sony ist in Deutschland mit dem Actionsender "AXN" und den Zeichentrickkanal "Animax" vertreten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Glaube an die Zukunft des Bezahlfernsehens.

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