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28.01.2008 

Dem Konzern geht es aber nicht nur um die Einnahmen aus dem Internet-Abonnement. Der exklusive Kreis von Online-Nutzern, die für Wirtschaftsinhalte zahlen, bietet Dow Jones, dem Mutterkonzern des "Wall Street Journal", auch zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten in der von der Werbewirtschaft begehrten Entscheider-Zielgruppe. Derzeit zahlen rund eine Million Leser für das Online-Abonnement des "Wall Street Journals".

Murdochs Entscheidung für Bezahlinhalte wird Folgen für die Medienbranche haben. Bislang haben fast alle Zeitungen und Zeitschriften - mit Ausnahme beispielsweise der Zeitschriften von Stiftung Warentest - sämtliche Inhalte kostenlos ins Netz gestellt. Die Folge ist, dass viele Zeitungen mit ihrem Webangebot wenig oder gar kein Geld verdienen.

Selbst Mathias Döpfner, Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer, träumte einst von bezahlten Online-Inhalten, im Fachjargon "Paid Content" genannt. Doch Döpfner musste schnell erkennen, dass man mit Prominenten-Nachrichten auf populären Internetseiten wie Bild.de keine Online-Abonnenten generieren kann. Diese Einschätzung gilt auch nach der Murdoch-Entscheidung. "Der Zug für Paid Content ist bereits abgefahren", hieß es gestern bei Springer. Ein Verlagshaus könne sich nicht gegen die Wünsche der Konsument stellen. "Unser Modell ist die Monetarisierung der Reichweiten unserer Internetangebote", sagte eine Springer -Sprecherin gestern. Die Online-Angebote der konzerneigenen Zeitungen wie "Welt" oder "Berliner Morgenpost" werden daher auch gratis verfügbar sein.

Auch in der Fernsehbranche stößt Murdochs Modell des "Wall Street Journal" auf Skepsis. Deutschlands größte Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 glaubt ähnlich wie Springer an die Zukunft von Gratisinhalten. "Paid Content ist im Internet ein schwieriges Thema. Fußball kann man sicher gegen Geld online verkaufen. Auch für mobil angebotenen oder über Video-on-Demand-Portale zur Verfügung gestellten Content wie Hollywood-Filme oder Special Interest-Angebote lässt sich eine Gebühr erheben. Doch dann wird es schon eng", sagte Vorstand Markus Englert dem Handelsblatt am Wochenende. Er glaubt nicht, dass Murdoch sein Bezahlmodell noch über viele Jahre aufrecht erhalten kann. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zeitungsunternehmen für ihre Inhalte auf Dauer Geld verlangen können", sagte der gelernte Physiker, der beim Münchener Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 das Internetgeschäft verantwortet.

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