Musik-Streamingdienst
Spotify steht vor Premiere in den USA

Der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify steht kurz vor dem Start auf dem US-Markt. Ein Datum gibt es noch nicht, doch Spotify hat sich anscheinend mit den Plattenfirmen geeinigt.
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StockholmDie US-Premiere des schwedischen Musik-Streamingdienstes Spotify steht kurz bevor. Das Unternehmen bestätigte in Stockholm, dass der Start auf dem wichtigen US-Markt „so schnell wie möglich“ geplant sei. Ein offizielles Datum wollte das Unternehmen aber noch nicht nennen. Doch die letzten urheberrechtlichen Hürden scheinen aus dem Weg geräumt zu sein, denn das Unternehmen fordert auf seiner Homepage in den USA jetzt Benutzer auf, sich für den Musikdienst registrieren zu lassen.

Eine Einigung mit den großen Musikkonzernen hatte sich schon seit einiger Zeit abgezeichnet. Denn nach anfänglichem Zögern der Musikkonzerne haben sich Sony BMG, Universal Music, Warner Music und EMI sogar mit insgesamt 18 Prozent an Spotify beteiligt. Die großen Labels hoffen, durch den Musik-Streamingdienst ihre Abhängigkeit vom Weltmarktführer, Apples iTunes-Store, verringern zu können. Spotify ist bislang nicht an der Börse notiert. Das Unternehmen hat nach Analystenschätzungen einen Wert von etwa 15 Milliarden Kronen (1,6 Milliarden Euro).

Für Spotify hatte der US-Start von Beginn an höchste Priorität. Ähnlich wie in Deutschland gestalteten sich die Verhandlungen über die Rechte mit den Plattenkonzernen aber als äußerst schwierig. Der Dienst, der bislang nur im Heimatland Schweden sowie Finnland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen und Spanien verfügbar ist, wird derzeit nach Unternehmensangaben von rund zehn Millionen Musikliebhabern genutzt. Im Heimatland Schweden wird Spotify nach Umfragen von fast der Hälfte aller Haushalte genutzt. Mit dem US-Start nimmt Spotify auch den Kampf gegen die Konkurrenz von Google Music, iCloud von Apple und Amazons Musik-Streamingdienst auf.

Das 2006 gegründete Spotify ist ein Stockholmer Start-Up-Unternehmen, mit dessen Software völlig legal mehrere tausend Songs über das Internet in den Computer oder das Handy gestreamt werden können. Ein Herunterladen der Musik ist nicht möglich, da die Software die Songs mit einem digitalen Copyright-Schutz versieht. Der Streamingdienst ist trotz vor Kurzem eingeführter Beschränkungen weiterhin kostenlos zu empfangen, allerdings wird der Musikgenuss von Werbung unterbrochen.

Seit Anfang Mai diesen Jahres können Nutzer zudem nur noch zehn Stunden im Monat Musik kostenlos hören und ein und denselben Song nur noch fünf Mal spielen. Offenbar hatte sich das Gratis-Modell mit Werbung nicht gerechnet. Für umgerechnet 9,90 Euro im Monat kann Spotify dagegen ohne Werbung und Beschränkungen empfangen werden.

Vor zwei Monaten wurde bekannt, dass Spotify auch mit Facebook über eine Integration des Musik-Dienstes verhandelt. Ein Ergebnis der Diskussionen liegt aber bislang nicht vor. Eine Facebook-Integration wäre für Spotify ein weiterer Durchbruch: Die mehr als 600 Millionen Facebook-Nutzer könnten dann über das soziale Netzwerk Musik von Spotify hören und ihre Playlists mit anderen Facebook-Nutzern teilen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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