Musikbusiness: Robbie in der Klinik – Emi in der Krise

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Robbie in der Klinik – Emi in der Krise

Robbie Williams ist der wohl bekannteste Superstar von Emi und sollte die britische CD-Firma nach einem schwachen ersten Halbjahr herausreißen. Am gestrigen Mittwoch wurde bekannt, dass der Sänger seine Medikamentensucht in einer Entzugsklinik für Prominente behandeln lasse. Ein Desaster für seine Plattenfirma.

dih/pos „Robbie in der Reha“, titelten am gestrigen Mittwoch die Londoner Boulevard-Blätter. Popstar Robbie Williams habe den Erfolgsdruck nicht mehr aushalten können und lasse seine Medikamentensucht jetzt in einer Entzugsklinik für Prominente in Arizona behandeln. Der für seine Verhältnisse magere Verkauf seiner jüngsten CD „Rudebox“ habe für ihn das Fass zum Überlaufen gebracht, heißt es. Zumal obendrein die ohne ihn wiedervereinigten Band-Kollegen von „Take That“ mit ihrem Comeback-Album so richtig abräumen.

Beruhigungstabletten dürften auch in Robbies Plattenfirma Emi Music derzeit Hochkonjunktur haben. Denn auch für sie sind die mäßigen Verkaufszahlen von „Rudebox“ ein Desaster, und ihr hilft der Erfolg von Take That nicht. Die sind bei Universal Music unter Vertrag.

Robbie Williams ist der wohl bekannteste Superstar der britischen CD-Firma und sollte Emi nach einem schwachen ersten Halbjahr herausreißen. Außerdem war er der erste große Musiker, der in seinem millionenschweren Vertrag die Plattenfirma auch an Konzert- und Merchandising-Einnahmen beteiligt hat. Nur wird es jetzt vorerst keine Konzerte mehr geben. Robbie trägt dazu bei, dass Emi die zweite Umsatz- und Gewinnwarnung innerhalb eines Monats veröffentlichten musste.

Konzernchef Eric Nicoli muss die Krise nun alleine bewältigen. Im Januar hatte er bereits die Chefs der Musiksparte hinausgeworfen und ihr eine rabiate Schrumpfkur verordnet. Obwohl dieser laut Emi schon zu greifen beginnt, wird der Konzerngewinn im Geschäftsjahr zum 31. März um „deutlich unter den gegenwärtigen Markterwartungen“ liegen.

Hauptgrund dafür ist der Umsatz. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres lag er sechs Prozent unter dem Vorjahreswert, Anfang Januar waren es bis zu zehn Prozent, und jetzt sind es 15 Prozent. Die Börse wird nervös: Die Emi-Aktie verlor in nur zwei Stunden 14 Prozent. Sie lag am Mittwoch Nachmittag ein Drittel unter dem Stand von Mitte Dezember.

Damals war Emi zum wiederholten und vorerst letzten Mal Gegenstand von Übernahmespekulationen. Nachdem mehrere Anläufe zu einer Fusion mit dem US-Konkurrenten Warner Music gescheitert waren, hatte sich der Finanzinvestor Permira angeschlichen. Doch Nicoli schlug ihn angeblich in die Flucht.

Dem Ex-Fusionspartner Warner erging es nicht viel besser: Er verfehlte die Markterwartungen vergangene Woche mit einem Umsatzrückgang von elf Prozent und einem Gewinneinbruch von 74 Prozent im abgelaufenen Quartal.

Laut Emi läuft besonders der nordamerikanische Markt schlecht. Um 20 Prozent sei der Absatz von Tonträgern dort seit Jahresanfang abgestürzt, teilte Emi mit. Zwar zieht der Verkauf von Online-Musik branchenweit an, aber bei weitem nicht schnell genug, um die Einbrüche auszugleichen.

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