Musikindustrie
Die Diva ist tot, das Geschäft geht weiter

Der Tod Whitney Houstons hat die Grammy-Verleihung überschattet. Doch trotz oder gerade wegen aller Bestürzung kann Houstons Plattenfirma Sony Music nun mit einem Geldregen rechnen.
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New York/San FranciscoAls der rockende Bruce Springsteen die Grammy-Preisverleihung einleitete, wirkte nicht jeder im Saal glücklich. Zu tief saß der Schock über den überraschenden Tod von Whitney Houston, die eigentlich auch hier sitzen sollte. Kurz vor der Grammy-Party ihres Entdeckers Clive Davis war sie tot in der Badewanne ihres Hotelzimmers entdeckt worden.

„Wir haben einen Tod in unserer Familie“, sagte Gastgeber LL Cool J direkt im Anschluss an Springsteens Auftritt. „Und der einzig richtige Weg, solch einen Abend zu beginnen, ist ein Gebet. Ein Gebet für jemanden, den wir lieben: Unsere Schwester Whitney Houston.“ Anschließend stimmte der 44-Jährige ein Vaterunser an. „Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, bei ihrer Mutter und ihrer Tochter.“ Das Publikum applaudierte stehend. „Ich möchte Dir im Himmel sagen: Wir lieben Dich, Whitney!“, sagte Stevie Wonder.

Danach jedoch war es der Abend der Adele, nicht der Abend der Whitney Houston. Der Tod der 48-Jährigen überschattete die Grammy-Verleihung am Sonntag nur am Rande. Denn Adele ließ kaum Platz: Der jungen Engländerin gelang das Kunststück, in allen drei Hauptkategorien zu gewinnen. Und sie verwandelte jede ihrer sechs Nominierungen in Preise. Sechs Grammys an einem Abend - so viele hatte Whitney Houston in ihrem ganzen Leben gewonnen.

Die Party geht weiter. Traurig, aber wahr: Das Gleiche gilt für ihre posthume Musikkarriere. Die 48-Jährige verkaufte in ihrer sagenhaften Karriere fast 200 Millionen Alben und Singles, war aber in den vergangenen Jahren ein Schatten ihrer selbst. 2009 leuchtete ihr Stern noch mal mit dem Platinum-Album „I look to you“ hell auf, doch gelang Houston das Comeback nicht.

Jetzt steht Sony Music, die zusammen mit Partnern ihre Platten vertreibt und im August den Film „Sparkle“ mit ihr auf die Leinwand bringt, vor einem unverhofften Geldregen. Ähnlich wie nach dem Tod von Popstar Michael Jackson werden die Fans ihre CDs kaufen und im Sommer ins Kino strömen.

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Houston-Fans kaufen Alben statt sie herunterzuladen

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