Musikindustrie
Jetzt beginnt der Kampf um Jackos Erbe

Michael Jackson, der „King of Pop“, ist tot. Und wenn die Anstandsfrist vorbei ist, werden die Anwälte das Sagen haben. Es geht um hunderte Millionen von Dollar, die „Jacko“ in seinem Leben in beide Richtungen aufgehäuft hatte: als Schulden und Vermögen in einem der wertvollsten Kataloge an Musikrechten der Branche.

DÜSSELDORF. Es war wahrscheinlich eine seiner besten Business-Entscheidungen überhaupt, als Jackson 1985 sowohl Paul McCartney als auch Yoko Ono in einem Bieterrennen aus dem Feld schlug und den Zuschlag für praktisch alle Beatles-Songs bis zu deren Trennung 1971 erwarb. Ganze 47,5 Mio. Dollar legte Jacko hin.

Der Coup gelang, weil die zutiefst verfeindeten Parteien McCartney und Ono-Lennon damals gegeneinander, statt miteinander geboten hatten. Der lachende Dritte war Jackson. Zwar ging darüber dann die einstige Freundschaft zwischen Sir Paul McCartney und Jackson unwiderruflich in die Brüche. Aber das Beatles-Paket sollte den Ausnahme-Star noch aus so manch brenzliger Situation retten.

1995 verschmolz Jackson seinen Musikverlag mit dem von Sony Music Entertainment, damals unter der Führung der Branchengröße und Star-Macher Tommy Mottola, der durch sein goldenes Händchen in Musikfragen und nicht zuletzt seine zweite Ehefrau Mariah Carey immer wieder für Aufsehen sorgte. Zu diesem Zeitpunkt soll Jackson angeblich für die Hälfte der Rechte von Sony bereits das Doppelte seines Einstandspreise, rund 90 Mio. Dollar, erhalten haben.

Das reichte, um rund drei Jahre seines exzessiven Lebensstils zu finanzieren. Der Verlag firmiert seitdem unter Sony/ATV und hält nach zahlreichen Übernahmen und Zukäufen heute auch Rechte von Eminem, Lady Gaga oder Bob Dylan und Neil Diamond. Den Wert des Gesamtunternehmen taxieren Branchenkenner heute auf bis zu eine Mrd. Dollar.

An seinem Anteil hatte der Sänger mit dem ausschweifenden Lebenesstil aber nie viel Freude. 2002, nach dem erfolglosen Comback-Versuch mit seinem Album „Invincible“ warf er seiner Plattenfirma Sony vor, den Erfolg des Albums sabotiert zu haben, nur um an seine Hälfte von Sony/ATV zu kommen. Sony hatte Produktion und Vertrieb das Albums mit angeblich 30 Mio. Dollar vorfinanziert und sich als Sicherheit einen Teil der Rechte einräumen lassen.

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