Musikindustrie
Musiker scheffeln mit Tourneen Geld

Live-Auftritte sind für die Megastars mittlerweile wichtiger als die CD-Verkäufe. Volle Hallen kompensieren die Stars für schrumpfende Verkaufszahlen ihrer Platten. Allein der verstorbene Michael Jackson hätte mit seiner Tournee rund 50 Millionen Dollar verdient. Während Platten immer günstiger werden, steigen die Preise für Tickets kräftig an.

NEW YORK. Die geplante Tournee von Michael Jackson hätte dem "King of Pop" eine Stange Geld eingebracht - das Magazin Billboard schätzt, dass sich die potenziellen Gesamteinnahmen der Tour auf rund 50 Mio. Dollar belaufen hätten. Bei den Managern mischen sich daher nach dem Tod des Megastars zur Trauer auch lange Gesichter. Denn die massiven Umwälzungen der zurückliegenden Jahre haben in der gesamten Musikindustrie zu einem klaren Trend geführt: Einnahmen aus Live-Auftritten haben an wirtschaftlicher Bedeutung für Künstler und Branche kräftig gewonnen.

Während die Einnahmen aus CD-Verkäufen in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent eingebrochen sind und Musik im Internet noch immer vorwiegend illegal heruntergeladen wird, sind Live- Auftritte der lukrativste und am schnellsten wachsende Sektor der Musikbranche. Fans zahlen heute für eine Eintrittskarte zu einem Popkonzert doppelt so viel wie vor einem Jahrzehnt. Allein im vergangenen Jahr sind die Ticketpreise um 8,4 Prozent gestiegen, berichtet das Branchenblatt Pollstar. Im Schnitt kostet eine Eintrittskarte 67,33 Dollar (48,17 Euro).

Und so läuft die Maschinerie der Musikindustrie heute in eine andere Richtung: Einst sollten die Tourneen den Plattenverkauf ankurbeln. Heute nehmen Musiker Platten auf, um mehr Fans in die Konzerte zu locken. "Eine Platte ist jetzt nur noch eine Lizenz, um auf Tour zu gehen", kommentiert Steven Van Zandt, Gitarrist und Gründungsmitglied von Bruce Springsteens E-Street-Band. Live-Auftritte bringen Lizenzen, Filmszenen, TV-Auftritte und Werbeeinnahmen.

"Musiker können mit Live-Shows viel mehr Geld machen als mit Platten", sagte Van Zandt der Nachrichtenagentur Bloomberg. Van Zandt schätzt, dass er inzwischen 95 Prozent seiner Einnahmen aus der Zusammenarbeit mit Springsteen über Live- Auftritte erzielt, während es vor annähernd 20 Jahren erst 75 Prozent waren. Springsteen hat laut Pollstar mit seiner Tournee im Jahr 2003 rund 116 Mio. Dollar eingenommen. Damit war es die erfolgreichste Tournee des Jahres.

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