Musikindustrie
Warner Music stoppt Verlustserie

Auch wenn immer weniger CDs verkauft werden, kann sich die Musikindustrie über kleine Erfolge freuen. Der Umsatz mit Downloads und Klingeltönen hat zugelegt, Warner Music erzielt nach mehreren Quartalsverlusten wieder Gewinn. Doch die Konsumschwäche im kommenden Jahr könnte auch die Musikkonzerne treffen.

NEW YORK. Es ist nur ein kleiner Gewinn – aber angesichts der seit Jahren andauernden Branchenkrise mehr als Analysten erwartet hatten: Der US-Musikkonzern Warner Music hat im vierten Quartal ein Nettoergebnis von sechs Mio. Dollar erzielt, ein Plus von einer Mio. Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007, wie Warner gestern mitteilte. Damit hat der drittgrößte Musikkonzern der Welt, der unter anderem Madonna, die Heavy-Metal-Band Metallica und den Rapper T.I. unter Vertrag hat, seine Serie von drei Quartalen im Minus gestoppt. Der Umsatz im Schlussquartal fiel um 1,5 Prozent auf 854 Mio. Dollar – lag damit aber ebenfalls über den Schätzungen.

Grund für die Erholung war laut Warner vor allem das wachsende Digital-Geschäft. So sei der Umsatz mit Downloads und Klingeltönen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 156 Mio. Dollar gestiegen. Inzwischen trage das Internet fast ein Viertel zum Gesamtumsatz des Musik-Kerngeschäfts bei. Dieses sei aber angesichts der weiter zurückgehenden CD-Verkäufe insgesamt um 3,7 Prozent auf 707 Mio. Dollar geschrumpft.

Die „Großen Vier“ der Musikindustrie – Warner, Vivendis Universal Music, Sony Music und Emi – haben seit Jahren mit schrumpfenden CD-Verkaufszahlen zu kämpfen, weil immer mehr Lieder und Alben aus dem Internet heruntergeladen werden, legal oder illegal. So ist etwa der US-Technologiekonzern Apple mit seinem Internet-Musikladen iTunes in diesem Jahr zum größten Musikanbieter der USA aufgestiegen.

Doch die Branche hat reagiert: So startete Warner etwa gemeinsam mit Universal und Sony im April ein Joint Venture mit dem Online-Netzwerk Myspace, das zu Rupert Murdochs News Corp.-Gruppe gehört. Bei Myspace Music können Nutzer neue Alben per werbefinanziertem Livestream anhören oder Stücke kostenpflichtig herunterladen. Vergangene Woche feierten Paul McCartney mit „Electric Arguments“ und die Hard-Rock-Gruppe Guns N’ Roses mit „Chinese Democracy“ Premiere ihrer neuen Alben auf der Online-Plattform, noch bevor es die CD den Läden zu kaufen gab.

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