Musikkonzern: Viele Jobs bei Emi in Gefahr

Musikkonzern
Viele Jobs bei Emi in Gefahr

Beim krisengeschüttelten britischen Musikkonzern Emi ist laut eine Zeitungsbericht mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze bedroht. Den geplanten Sanierungsmaßnahmen könnten bis zu 2 000 Stellen zum Opfer fallen, auch tausende der 14 000 Musiker könnten ihre Verträge verlieren.

HB LONDON. Das berichtete die Londoner "Times" am Sonntag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Der neue Eigentümer Guy Hands wolle seine Sanierungspläne am Dienstag vorstellen. Manager namhafter Musiker wie Robbie Williams und Coldplay sollen in Opposition zur neuen Unternehmensführung gegangen sein.

Die Stellenstreichungen seien vor allem im Musik-Kerngeschäft mit 4 400 Mitarbeitern geplant, schrieb das Blatt weiter. Das Team, das nach neuen Talenten sucht, solle dagegen von den Kürzungen verschont bleiben. Insgesamt beschäftigt Emi laut früheren Angaben weltweit rund 5 500 Menschen.

Hands, dem das Investmentunternehmen Terra Firma gehört, hatte sich den britischen Traditionskonzern inklusive übernommener Schulden vier Mrd. Pfund kosten lassen. Emi, einst Zuhause der Beatles und heute das Label zum Beispiel von Herbert Grönemeyer oder Norah Jones, hat schwer unter dem Einbruch der CD-Verkäufe zu leiden. Im vergangenen Geschäftsjahr gab es einen hohen Verlust. Wie auch im Rest der Branche kann das rasant wachsende Geschäft mit Internet-Downloads das noch schnellere Schrumpfen der CD-Verkäufe nicht ausgleichen.

Hands hatte bereits mehrfach harte Einschnitte angekündigt. Seine Drohung, "faule" Stars rauszuwerfen, soll bei einem Teil seiner Musiker ziemlich schlecht angekommen sein. Medienberichten zufolge formierte sich eine Opposition von Managern bekannter Emi-Künstler. Die Gruppe, die von Robbie Williams' Manager Tim Clark initiiert worden sei, nenne sich die "Black Hands Gang", schrieb die "Times". Williams "bestreike" Emi und wolle sein neues Album erst abliefern, wenn der Konzern ein überzeugendes Vermarktungskonzept vorlege.

Im vergangenen Jahr hatte bereits Ex-Beatle Paul McCartney Emi nach mehr als 40 Jahren für das Label der Kaffeehaus-Kette Starbucks verlassen. Auch der Vertrag der Band Radiohead lief ohne Verlängerung aus, weil sich die Seiten nicht über die Konditionen einigen konnten.

Hands wurde mehrfach - zum Beispiel von Radiohead und von Williams-Manager Clark - vorgeworfen, nichts vom Musikgeschäft zu verstehen. Sein Umfeld ließ in der "Financial Times" kontern, das Problem sei, er verstehe das Geschäft nur zu gut und sei nicht mehr bereit, sich überteuerte Stars zu leisten.

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