Musikrechte
Bertelsmann vor Übernahme von BMG

BMG Rights Management verdient Geld, wenn ein Song im Radio läuft. Nach Medienberichten könnte der Konzern bald zu Bertelsmann gehören. Schon am Ende des Monats könnte das Geschäft abgeschlossen sein.
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MünchenBertelsmann steht Medienberichten zufolge vor einer Komplettübernahme der Musikrechtefirma BMG Rights Management. Der Medienkonzern und der BMG-Mehrheitseigner KKR befänden sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Ausstieg des Finanzinvestors, berichteten die „Financial Times“ und die „New York Post“ am Mittwoch unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Laut „FT“ streben beide Seiten eine Transaktion noch vor Monatsende an, die sich Bertelsmann rund eine halbe Milliarde Euro kosten lassen könnte.

Ein Bertelsmannn-Sprecher wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Er verwies lediglich auf frühere Äußerungen von Vorstandschef Thomas Rabe, wonach der Konzern bei einem Ausstieg des Finanzinvestors KKR mehr Einfluss bei BMG anstrebt. „Sollte KKR ausscheiden wollen, dann werden wir wohl die Mehrheit an BMG anstreben, gegebenenfalls mit anderen Partnern"“ hatte Rabe im Dezember erklärt. KKR bereitet in Deutschland bereits einen Ausstieg aus dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 vor und hat sich dort jüngst von einem ersten Aktienpaket getrennt.

KKR hält 51 Prozent an BMG Rights Management, Bertelsmann 49 Prozent. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist nicht im Plattengeschäft selbst aktiv, sondern verwaltet Musikrechte - und hält beispielsweise die Hand auf, wenn ein Song im Radio läuft. BMG Rights Management hat bereits eine ganze Reihe von Musik-Verlagen aufgekauft.

Angesichts der schleppenden Wirtschaftsentwicklung in Europa will Rabe Bertelsmann breiter aufstellen. Im September hatte Rabe einen Ausbau des digitalen Geschäfts, des Bildungsangebots und des Musikrechtegeschäfts angekündigt. Geld dafür soll unter anderem durch einen Verkauf von Anteilen am Fernsehkonzern RTL hereinkommen, bei dem Bertelsmann aber weiterhin die Führung behalten will.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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