Musikrechteverwerter

Schwerer Betrugsverdacht bei der Gema

Der Gema droht ein schwerer Imageschaden: Der Musikrechteverwerter hat Betrugsvorwürfe gegen zwei seiner Mitarbeiter und mindestens zehn Gema-Mitglieder erhoben und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gestellt.
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Der Handel mit Musikrechten ist Vertrauenssache, die Gema muss also Imagepflege betreiben. Quelle: dpa

Der Handel mit Musikrechten ist Vertrauenssache, die Gema muss also Imagepflege betreiben.

(Foto: dpa)

HB MÜNCHEN. „Es sieht so aus, dass wir für Veranstaltungen gezahlt haben, die nie stattgefunden haben“, sagte der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker am Freitag in München bei einer Internet-Pressekonferenz. Die Mitglieder sollen Veranstaltungen zu Unrecht bei der Gema gemeldet und dafür Geld kassiert haben.

Zwei Mitarbeiter seien in die Betrügereien verwickelt. „Der Verdacht richtet sich gegen zwei Mitarbeiter, denen in dieser Woche fristlos gekündigt worden ist“, sagte Heker. Sie hätten der Gema im Zusammenwirken mit einigen Mitgliedern erheblichen Schaden zugefügt.

Im Mai habe die Gema Hinweise auf den Betrug erhalten und zunächst intern ermittelt, bevor sie die Staatsanwaltschaft einschaltete. Über den finanziellen Schaden, der der Gema entstanden ist, konnte Heker noch nichts sagen. „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen - das muss jetzt die Staatsanwaltschaft leisten.“ Nach Angaben Hekers besteht dringender Tatverdacht.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich vor allem um Live-Aufführungen im Bereich der Unterhaltungsmusik, für die zu Unrecht Geld eingefordert worden sei. Über die unter Verdacht stehenden Gema-Mitglieder wollte Heker noch nichts sagen, bislang ermittle die Verwertungsgesellschaft gegen zehn Mitglieder. Darunter seien allerdings keine „berühmteren Mitglieder“ oder „bekanntes Repertoire“. Der Gema-Chef sprach dennoch von „erheblicher krimineller Energie“ und einem „Angriff auf die Solidargemeinschaft“.

Die deutsche Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) kassiert beispielsweise von Konzert- und Partyveranstaltern sowie Radio- und Fernsehsendern Gebühren und schüttet das Geld nach einem Verteilschlüssel an Komponisten und andere Rechteinhaber aus. Die Gema vertritt als Treuhänderin die Rechte von mehr als 60 000 Mitgliedern.

Der Fall, der jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben wurde, ist nicht der einzige Betrugsfall innerhalb der Gema. Nach Angaben Hekers wird noch in einem weiteren Fall gegen ein Gema-Mitglied ermittelt, weil es Aufführungen abrechnete, die es nie gegeben habe. „Wir werden jetzt auch die Möglichkeiten des Strafrechts verstärkt nutzen müssen, um solchen Angriffen auf die Solidargemeinschaft der Gema entgegenzuwirken“, sagte er und kündigte verschärfte Kontrollmechanismen an. Das Konzept Gema werde durch den Betrugsfall aber nicht infrage gestellt, betonte er. „Wenn ein solches System durch hohe kriminelle Energie umgangen wird, ist ein solches System machtlos.“

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1 Kommentar zu "Musikrechteverwerter: Schwerer Betrugsverdacht bei der Gema"

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  • Da ist die GEMA doch selber schuld. Reihenweise verarscht Sie nun Käufer von Computern. Dagegen sollte die Staatsanwaltschaft mal ermitteln.
    Meiner Meinung nach ist die GEMA nicht verfassungskonform.

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