Musikverlag BMG an Vivendi verkauft
Bertelsmann löst mehrere Probleme

Das Napster-Problem löste Bertelsmann sehr galant: Anstatt sich mit Vivendi weiterzustreiten, verkauft Bertelsmann den Franzosen kurzerhand den Musikverlages BMG Music Publishing und trotzt ihnen gleichzeitig einen Vergleich ab. Auch den unerwünschten Börsengang konnten die Gütersloher damit verhindern.

HB GÜTERSLOH. Gute Nachrichten für Bertelsmann: Der Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing an den Konkurrenten Vivendi spült mehr als 1,6 Mrd. Euro in die Kassen des größten europäischen Medienkonzerns und erlaubt eine schnelle Reduzierung des drückenden Schuldenberges. Gleichzeitig gelang dem Unternehmen ein erster Vergleich im milliardenschweren Schadensersatzverfahren um die Internet-Musiktauschbörse Napster. Das erste Halbjahr bescherte zudem ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus.

„Bertelsmann ist mit Schwung in das Jahr gestartet“, betonte Vorstandschef Gunter Thielen am Mittwoch. Nach der Unterzeichnung der Vereinbarungen über den Verkauf des Musikverlages rechne der Konzern noch in diesem Jahr mit dem Eingang des Verkaufserlöses. Mit dem Geld will Bertelsmann den durch die Auszahlung des Minderheitsaktionärs GBL auf 8,7 Mrd. Euro gestiegenen Schuldenberg deutlich reduzieren und wieder Freiraum für Investitionen gewinnen. Bertelsmann hat durch den Rückkauf eigener Aktien den Gang an die Börse verhindert.

BMG Music Publishing ist der drittgrößte Musikverlag der Welt. Das Unternehmen besitzt einen Katalog von über einer Million Musikkompositionen und vertritt unter anderem Superstars wie Christina Aguilera, Robbie Williams oder Justin Timberlake. Zum Bertelsmann-Umsatz trägt es allerdings nur zwei Prozent bei.

Gut für die Konzernkasse könnte auch der Vergleich sein, den Bertelsmann gleichzeitig mit der Vivendi-Tochter Universal Music Group schloss. Der weltgrößte Musikkonzern Universal hatte zusammen mit anderen Musikkonzernen und Verlegern Bertelsmann wegen dessen Engagement bei der umstrittenen Internet-Musiktauschbörse Napster auf 17 Mrd. Dollar (13,3 Mrd. Euro) Schadenersatz für illegale Musik-Downloads verklagt. Der Vergleich mit dem Marktführer kostet Bertelsmann nun „nur“ 47 Mill. Euro. „Das hat große Bedeutung für uns“, betonte Finanzvorstand Thomas Rabe. Grundsätzlich sei der Konzern bereit auch mit den anderen Klägern auf dieser Grundlage in Vergleichsgespräche einzutreten.

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