Dem Musikverlag EMI steht das Wasser bis zum Hals. Nach einem Milliardenverlust warnte der britische Traditionskonzern am Donnerstag vor Zahlungsschwierigkeiten. EMI ist zum abschreckenden Beispiel dafür geworden, was bei einer Übernahme durch Privatinvestoren alles schief laufen kann.

Kommentare

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  • Es ist zu einfach, den Einstieg von Terra Firma bei Emi als alleinigen Grund für die extreme Schieflage des Labels zu machen. Die Krise der Major - Labels ist symptomatisch und vielschichtig und betrifft alle Majors. Nach den Erfolgen der 70er und 80er Jahre setzten die Labels in den 90ern vor allem auf "sich schnell drehende" Produkte für eine immer jüngere Zielgruppe, die durch bessere Technik günstiger und schneller produziert werden konnten. Mitte der 90er reichte für ein Label, eine N1 (newcomer1) Rotation auf Viva zu bekommem und man war in den Charts. Das war planbar. Weite Teile der älteren Zielgruppe wurden in dieser Zeit vor den Kopf gestossen, es gab keine neuen Produkte mehr, da deren Entwicklung angeblich zu teuer war und zu ineffektiv. Mit dem Einzug des internet Mitte der 90er, lud gerade die vorher gemolkene, junge und technikaffine Zielgruppe, im grossen Stil illegal Musik aus dem internet. Die Teens und Twens sahen es nicht mehr ein, für einen Song Geld zu bezahlen, für den sich in zwei Monaten keiner mehr interessiert. Das ist im Prinzip heute nicht viel anders. Zudem fehlen cashcows wie Madonna, Prince oder Michael Jackson im backkatalog, da ab den 90ern solche Künstler nicht mehr entwickelt wurden. Durch das internet änderte sich zudem das Konsumverhalten, Musik war nicht mehr Freizeitbeschäftigung Nr.1 sondern oft nur noch beiwerk. Statt aber die Chancen des internet zu nutzen, bekämfte die industrie die mp3 wie einst die Musikkassette um lernen zu müssen, dass dies bei einem digitalen Medium der berühmte Kampf gegen Windmühlenflügel ist. Das Geschäft machen heute die Konzertveranstalter, TV Sender, Apple und zunehmend, oh Wunder, die Künstler. Diese vermarkten sich nämlich immer öfter selbst und profitieren von den fantastischen Möglichkeiten im internet, ihre Musik zu vertreiben und ein weltweites Publikum zu erreichen.

  • emi kämpft, wie alle anderen großen labels, nicht gegen "raubkopien" sondern gegen seine kunden. schlechte musik zu überhöhten preisen, keine anpassung des geschäftmodells an neue realitäten und das verklagen der eigenen kundschaft sind nunmal keine dinge, die den kunden in die arme des labels treiben.
    die umsätze mit musik gehen steitg nach oben, insbesondere konzerteinnahmen steigen rasant. davon profitieren die künstler und die labels bekommen nichts ab. ich denke das geht klar so.
    nächstes mal bitte etwas differenzierter, liebes handelsblatt!

  • Eine Firma, die durch einen Finanzinvestor zu viel Schulden aufgehalzt bekommen hat, bekommt Probleme.

    Wer hätte gedacht, das sowas möglich ist.

  • Guten Morgen,
    nur mal so viel: Eine Wertberichtigung ist non-cash, fuehrt also nicht zu einem Abfluss von Geldern. Zahlungsschwierigkeiten sind allerdings mit mangelnder Liquiditaet zu erklaeren. beides passt nicht zusammen, also vermischen Sie es auch nicht. Sonst koennete man denken, Sie haben keine Ahnung, was Sie da so schreiben.

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