Mutmaßliche Subventionen
EU beschließt Strafzoll gegen Chiphersteller Hynix

Da europäische Unternehmen zunehmend unter den Billigpreisen der Südkoreaner litten, wird künftig auf die Importe des Halbleiterherstellers Hynix Semiconductor Inc ein Strafzoll in Höhe von 34,8 Prozent erhoben.

vwd BRÜSSEL. Die Entscheidung hätten die Regierungen der EU-Staaten gegen den Widerstand Frankreichs und die Niederlande getroffen, hieß es in einer Erklärung der Union vom Dienstag. Der Beschluss war so erwartet worden. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, einen Einfuhrzoll von 33 Prozent zu erheben. Der nunmehr beschlossene Zoll gilt für die kommenden fünf Jahre.

Die EU will sich damit gegen mutmaßliche Subventionen wehren, die Hynix unter anderem über Kredite staatlich kontrollierter südkoreanischer Banken erhalten soll. Nur auf diese Weise könne sich das Unternehmen am Markt mit Billigpreisen unterhalb der EU-Industriepreise halten, so der Vorwurf der Europäer. Hynix hat die Vorwürfe dagegen zurückgewiesen und von einer politisch motivierten Aktion gesprochen. Die EU-Regierungen beschlossen ferner, keine Strafzölle gegen die ebenfalls südkoreanische Gruppe Samsung zu erheben, die angeblich ähnliche Vorteile genießen soll.

Die Staaten folgten damit auch der Empfehlung der Kommission. Auslöser des Strafzolls waren Beschwerden europäischer Konkurrenten wie der Infineon AG, München, oder der französischen STMicroelectronics, die sich wegen der angeblichen Hilfen im Nachteil sahen. Eine Untersuchung der EU-Kommission bestätigte die Vorwürfe. Die Union hatte deshalb zuvor übergangsweise für vier Monate den Einfuhrzoll für Hynix erhöht, allerdings nicht auf das nun beschlossene Niveau. Mit der Erhöhung folgt die EU den USA, die die Einfuhr von Hynix-Chips mit einem Zoll von - später korrigierten - 44,29 Prozent belegen.

Die Strafzölle für Hynix in den USA und Europa werden von Händlern als leicht positiv für Infineon eingeschätzt. Hynix sei durch die Zölle nicht mehr in der Lage, zu Tiefstpreisen anzubieten, so die bisherige Einschätzung eines Marktanalysten.

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