Mutter KPN profitiert
E-Plus landet Volltreffer mit Simyo, Base und Aldi-Talk

Der Mobiltelefon-Anbieter E-Plus hat im zweiten Quartal 2006 glänzend abgeschnitten. Das lag nicht zuletzt an seinen neuen Produkten. Von dem guten Zwischenergebnis profitiert auch der niederländische Mutterkonzerns KPN.

DÜSSELDORF/DEN HAAG. Der Marktanteil des nach T-Mobile und Vodafon drittgrößten Netzbetreibers in Deutschland wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. E-Plus zählte Ende Juni 11,85 Mill. Kunden, 2 Mill. mehr als vor einem Jahr. Alleine im abgelaufenen zweiten Quartal kamen 410 000 Neukunden hinzu. Die Konkurrenten O2 und Vodafone D2 hatten im gleichen Zeitraum 236 000 und 250 000 Kunden gewonnen. Marktführer T-Mobile legt seine Zahlen kommende Woche vor.

Der Umsatz von E-Plus stieg leicht von 710 Mill. Euro im zweiten Quartal des Vorjahres auf jetzt 722 Mill. Euro. Bei deutlich gesunkenen Werbeausgaben ergab sich ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 267 Mill. Euro. Das waren 73 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis von E-Plus belief sich nach Angaben von KPN auf 101 Mill. Euro nach einem Verlust von 10 Mill. Euro im Vorjahresquartal und einem ausgeglichenen Ergebnis in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Simyo, Base und Aldi-Talk beflügeln

Entscheidend für das gute Abschneiden waren das im vergangenen Jahr eingeführte Billigangebot wie Simyo, die Handy-Flatrate Base und Kooperationen mit Aldi und Viva . Vorstandschef Michael Krammer: „Die Kunden unserer neuen Marken machen deutlich höhere Umsätze, gleichzeitig gewinnen wir sie zu einem Bruchteil der Kosten klassischer Mobilfunkkunden.“ Die Kosten für die Anwerbung eines neuen Kunden beziffert E-Plus mit 83 Euro, etwa halb soviel wie vor einem Jahr.

Insgesamt gewann E-Plus für seine neuen Angebote bislang rund 3 Mill. Kunden. Besonders die Zahl der Nutzer mit vorausbezahlten Karten („prepaid“) wuchs: Im zweiten Quartal stieg sie um 333 000. Prepaid-Kunden brachten allerdings mit im Schnitt 6 Euro im Monat deutlich weniger Umsatz als Vertragskunden, die im zweiten Quartal für durchschnittlich 33 Euro telefonierten. Das Geschäft mit Vertragskunden will E-Plus durch eine Stärkung seiner Kernmarke mit einem neuen Tarif wieder beleben.

KPN legt zu

Der Vorsitzende des E-Plus-Mutterkonzerns KPN, Ad Scheepbouwer, zeigte sich erfreut, dass das deutsche Tochterunternehmen wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftet hat. Er erwartet nun für den Gesamtkonzern eine Verbesserung des Vorsteuer-Ergebnisses um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Bislang war KPN davon ausgegangen, lediglich das Ergebnis des letzten Jahres zu halten.

KPN insgesamt steigerte bei etwa gleich gebliebenem Umsatz von knapp 3 Mrd. Euro seinen operativen Gewinn im Quartal von 556 auf 670 Mill. Euro. Der Überschuss wuchs von 239 Mill. auf 461 Mill. Euro.

Schwierigkeiten bereitete KPN allerdings die Festnetzsparte, in der die Umsätze um 4,6 Prozent fielen. Hierzu trugen sowohl der zunehmende Wettbewerb mit Kabel-TV-Firmen als auch der Umstand bei, dass immer mehr Kunden ganz auf ihre Festnetzanschlüsse verzichteten und stattdessen auf Handys und Internet-Telefonie zurückgriffen.

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