Mutterkonzern von E-Plus: KPN plant Kapitalerhöhung – die Aktie bricht ein

Mutterkonzern von E-PlusKPN plant Kapitalerhöhung – die Aktie bricht ein

Der niederländische Telefonkonzern KPN schreibt rote Zahlen. Um den Schuldenberg abzutragen, plant das Unternehmen eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Die Aktie erleidet den größten Kurssturz der Firmengeschichte.
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Brüssel/FrankfurtDer niederländische Telekomkonzern KPN muss wegen schrumpfender Geschäfte und hoher Investitionen in sein Netz Milliarden an frischem Geld hereinholen. Geplant sei eine Kapitalerhöhung im Volumen von vier Milliarden Euro, teilte die E-Plus-Mutter am Dienstag mit. Die Emission müsse noch von den Anteilseignern - unter anderem von Großaktionär Carlos Slim - abgesegnet werden. "Um unsere Strategie voranzutreiben und KPN für künftiges Wachstum zu positionieren, müssen wir unsere Bilanz stärken", sagte Konzernchef Eelco Blok.

Ende 2012 stand KPN mit zwölf Milliarden Euro in der Kreide - mit der Kapitalspritze soll der Schuldenberg Richtung acht Milliarden Euro sinken. Anleger reagierten schockiert: Die Titel des Ex-Monopolisten brachen an der Amsterdamer Börse in der Spitze um 25 Prozent auf 3,07 Euro ein - der größte Kurssturz der Unternehmensgeschichte auf den tiefsten Stand seit elfeinhalb Jahren. An der Börse ist der Konzern nun noch knapp sechs Milliarden Euro wert.

Mit den Geschäften auf den drei Hauptmärkten Niederlande, Belgien und Deutschland ging es im vergangenen Jahr abwärts. Wegen der trüben Wirtschaftsaussichten hätten viele Privatkunden und Firmen ihr Geld zusammengehalten, während der Wettbewerb im Mobilfunkmarkt härter geworden sei, sagte Blok.

Der Jahresüberschuss sei deshalb um 55 Prozent auf 691 Millionen Euro eingebrochen - im vierten Quartal schlug sogar ein Fehlbetrag von 160 Millionen Euro zu Buche. Der Jahresumsatz sank um 3,5 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Einen Finanzausblick für das Jahr gibt das Unternehmen nicht. Einzige Aussage ist, das die Geschäfte auf dem Heimatmarkt sich 2014 stabilisieren sollten.

KPN hat bereits eine Reihe von Geschäftsteilen verkauft, um seine Schulden zu reduzieren - unter anderem seine Funkmasten. Auch die Dividende wurde bereits gekürzt - unter anderem, um hohe Investitionen in neue Funklizenzen zu finanzieren. Da das allein nicht reichte, zapft KPN nun noch die Kapitalmärkte an. Ein weiterer wichtiger Grund: KPN will mit dem Schritt die skeptischen Ratingagenturen beruhigen, die damit drohen, die Kreditnote des Unternehmens noch weiter zu senken.

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