Nach Berichten über Putin-Vertraute

Russische Medienfirma steht vor Verkauf

Der russische Medienkonzern RBC steht offenbar vor dem Verkauf. Das Blatt soll im Umfeld vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in Ungnade gefallen sein, nachdem kritisch über Vertraute Putins berichtet wurde.
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Der Multimilliardär Michail Prochorow veräußert seinen privaten Medienkonzern RBC. Bei der russischen Präsidentschaftswahl 2012 trat der Oligarch gegen Wladimir Putin an. Quelle: dpa
Michail Prochorow

Der Multimilliardär Michail Prochorow veräußert seinen privaten Medienkonzern RBC. Bei der russischen Präsidentschaftswahl 2012 trat der Oligarch gegen Wladimir Putin an.

(Foto: dpa)

MoskauIn Russland steht ein privater Medienkonzern vor dem Verkauf, der im Umfeld von Präsident Wladimir Putin in Ungnade gefallen ist. Milliardär Michail Prochorow sei in Verhandlungen über eine Veräußerung seines Unternehmens RBC, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters. Die zu RBC gehörende gleichnamige Zeitung hatte 2016 über die sogenannten Panama Papers berichtet, in denen Vertraute Putins in Verbindung mit Briefkastenfirmen in Steueroasen gebracht wurden. Der russische Geschäftsmann Grigori Bereskin befinde sich in Gesprächen über eine Übernahme der RBC-Gruppe, sagte eine Sprecherin Bereskins am Dienstag.

Vor einem Jahr hatten Ermittler Büroräume von Prochorows Investmentgesellschaft Onexim durchsucht. Aus dem Umfeld von RBC hieß es damals, Hintergrund der Razzia sei die kritische Berichterstattung des Blattes gewesen. Das Präsidialamt in Moskau dementierte diesen Zusammenhang. Onexim wies seinerzeit Marktspekulationen zurück, Prochorow erwäge eine Trennung von Beteiligungen in Russland. Zu diesen gehören auch Pakete am Aluminiumriesen Rusal, am Energieunternehmen Quadra sowie mehreren Finanzfirmen.

  • rtr
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