Nach Beschwerden von Wettbewerbern
Missbrauchsverfahren gegen Telekom eingestellt

Die Bundesnetzagentur hat das Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Telekom wegen Engpässen bei der Freischaltung von DSL-Anschlüssen eingestellt. Das Unternehmen hatte auf die Vorwürfe von Konkurrenten reagiert.

dpa BONN. „Die Einstellung der Verfahren konnte nur erfolgen, weil die Deutsche Telekom unter dem Druck möglicher Entscheidungen den Auftragsstau abgebaut hat“, sagte Behördenchef Matthias Kurth am Donnerstag in Bonn. Die Konkurrenten Arcor und Telefònica hatten sich im Wettbewerb mit DSL-Kunden benachteiligt gesehen. Sie bemängelten, dass die Telekom benötigte Anschlüsse nicht schnell genug frei geschaltet habe.

Für ihr DSL-Angebot greifen die Telekom-Wettbewerber auf die sogenannte Teilnehmeranschlussleitung (TAL) zurück, die von der Telekom gestellt wird und die den direkten Zugang zum Endkunden darstellt. Im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen drastisch gestiegen, was zu Engpässen bei der Telekom geführt hatte. Zwischenzeitlich lief ein Rückstau von mehr als 100 000 unbearbeiteten DSL-Anschlüssen auf.

Auf Druck der Netzagentur erhöhte die Telekom seit Januar ihre Kapazität und baute den Rückstau ab. „Ich begrüße, dass die Deutsche Telekom den Missbrauchsvorwurf selbst beseitigt hat und es nicht auf eine streitige Entscheidung durch uns hat ankommen lassen“, sagte Kurth. Er gehe davon aus, dass es keine Engpässe mehr geben werde.

Die Telekom begrüßt die Einstellung des Verfahrens. „Wir haben erhebliche Anstrengungen unternommen und zusätzliche Mittel investiert, um die durch starke Nachfrage aufgetretenen Engpässen bei der letzten Meile zu beseitigen“, sagte Festnetz-Vorstand Timotheus Höttges. Der Rückstau sei inzwischen abgearbeitet.

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