Nach der BenQ-Pleite
Balda sucht sein Glück im Osten

Den Handyzulieferer Balda hat die BenQ-Pleite schwer erwischt. Nun sucht das Unternehmen einen Weg aus der Krise und der wird Richtung Asien führen. Dazu baut Balda sein bereits bestehendes Asiengeschäft aus und bekommt auf diese Weise einen neuen Großaktionär.

HB DÜSSELDORF. Die Firma werde hierzu ihre Beteiligung an der Balda Investments Singapore (BIS) auf 95 Prozent aufstocken, teilte die Firma am Montag in Bad Oeynhausen mit. BIS führt alle asiatischen Balda-Gesellschaften inklusive des gewinnträchtigen Gemeinschaftsunternehmens für Touch-Screens TPK.

Durch die beinahe vollständige Übernahme der BIS-Anteile werde der Gewinn je Aktie im Jahr 2007 um 30 Prozent auf über 90 Cent steigen, sagte Vorstandschef Joachim Gut. Den im Kleinwerteindex SDax geführten Aktien verhalf die Firmenmeldung zu einem Kurssprung von vier Prozent auf 5,48 Euro.

Verkäufer der BIS-Anteile sei die TPK-Gründerfamilie Chiang, die am Ende der Transaktion mit 15 Prozent größter Einzelaktionär der Balda sein werde.

Wegen der Krise des taiwanesischen Handyherstellers BenQ war Balda im dritten Quartal tief in die Verlustzone geraten. Nun will sich das Unternehmen von 1000 seiner 1600 Mitarbeiter in Deutschland trennen. Im laufenden Jahr wird statt eines Gewinns von 20 Mill. ein Vorsteuerverlust von 45 bis 50 Mill. Euro erwartet. Weltweit beschäftigt Balda 8500 Mitarbeiter.

Die Übernahme der BIS-Anteile soll über eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erfolgen. Die Transaktion habe einen Wert von insgesamt 82,6 Mill. Euro. Davon sollen 40 Mill. Euro in bar an die Familie Chiang fließen. Die verbleibenden BIS-Anteile mit einem Wert von 42,6 Mill. Euro würden in Balda-Aktien getauscht. Die Familie erwerbe so rund 7,1 Mill. Aktien zu einem Ausgabepreis von sechs Euro je Anteilsschein und zahle einen Aufschlag von 14,1 Prozent auf den Durchschnittspreis der vergangenen 21 Handelstage.

Die Familie Chiang war erst im Sommer bei BIS eingestiegen. Zuvor hatte der die Balda-Geschäfte in Asien leitende Michael Chiang die TPK in das Joint-Venture eingebracht. Von dem Geschäft mit den berührungsempfindlichen Bildschirmen (Touchscreens) erwartete der Balda-Vorstand 2007 zusätzliche Umsätze von 300 bis 350 Mill. Euro sowie einen zusätzlichen Gewinn von 30 bis 35 Mill. Euro.

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