Nach einer Konsolidierungsphase dominieren zwei Konzerne den US-Telekommunikationsmarkt
SBC und Verizon geben den Ton an

Innerhalb von vier Monaten haben Übernahmen die Strukturen am US-Telekommunikationsmarkt komplett verändert, die zuvor zwanzig Jahre lang bestanden hatten. Der Zusammenschluss von MCI und Verizon Communications markiert den Schlusspunkt einer Aufteilung des Marktes in Ferngesprächsanbieter und regionale Telekomgesellschaften, die so genannten Baby Bells.

slo/wsj DÜSSELDORF. Künftig dominieren die beiden Konzerne Verizon und SBC Communications den Festnetzmarkt. SBC übernahm im Februar den Ferngesprächsanbieter AT&T, aus dessen Aufspaltung die lokalen Baby Bells vor gut zwanzig Jahren hervorgegangen waren. Die Kombination SBC/AT&T kommt nach Angaben der Marktforscher der Yankee Group auf einen Umsatzanteil von 26 Prozent im Geschäft mit Firmenkunden. Verizon/MCI erreicht 28 Prozent Marktanteil.

Ähnlich sind die Anteile am Privatkundenmarkt. Die nächstgrößeren Konkurrenten, Bell South und die im Kampf um MCI unterlegene Qwest, kommen jeweils nur auf elf Prozent und weniger. Verizon und SBC beherrschen mit ihren Töchtern Verizon Wireless und Cingular zudem mehr als die Hälfte des US-Mobilfunkmarktes.

Durch die Konsolidierung beginnt eine neue Ära auf dem US-Markt, für die einige Analysten verwegene Vergleiche parat haben: Als Ergebnis des ersten Weltkriegs hätten sich lokale Anbieter und Ferngesprächskonzerne gegenübergestanden, sagt der Telekommunikationsanalyst der Beratungsfirma Precursor, Scott Cleland. Jetzt beginne sozusagen der zweite Weltkrieg, in dem Telekomgesellschaften, Fernsehkabelnetzbetreiber und Technologiefirmen gegeneinander anträten.

Hinter den jüngsten Übernahmen stehen in erster Linie zwei Faktoren: Wegen einer Regulierungsentscheidung war es für die Ferngesprächsanbieter MCI und AT&T zu teuer geworden, ihren Privatkunden Gesamtangebote aus Orts- und Ferngesprächen anzubieten. Deswegen sowie durch die steigende Popularität von Mobiltelefonie und E-Mail-Kommunikation verloren sie Umsatz und wurden zu Übernahmekandidaten.

Parallel dazu setzten Kabelnetzbetreiber, die ins Telefoniegeschäft eingestiegen waren, den lokalen Telefongesellschaften zu. Diese suchten daher neue Einnahmequellen. Mit der Übernahme von MCI und AT&T steigen Verizon und SBC jetzt im großen Stil ins Geschäftskundensegment ein, das bei beiden als unterentwickelt galt.

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