Nach Gewinneinbruch
Gigaset unterzieht sich Sparprogramm

Wegen eines herben Gewinneinbruchs im ersten Halbjahr hat sich der Telefonhersteller Gigaset ein umfangreiches Sparprogramm auferlegt. Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau liefen bereits.
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MünchenNach einem Gewinnknick dreht der Telefonhersteller Gigaset an der Kostenschraube. Ein Sparprogramm solle die Ausgaben künftig um 30 Millionen Euro pro Jahr drücken, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. „Erste signifikante Effekte werden bereits im Jahr 2013 erwartet. Ein Personalabbau ist nicht auszuschließen“, hieß es weiter. Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau liefen bereits.

Wie erwartet rutschte der Konzern zwischen April und Juni in die roten Zahlen und verbuchte unter dem Strich ein Minus von 3,8 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Gigaset noch einen Gewinn von 3,6 Millionen Euro verbucht. Im ersten Halbjahr war das Ergebnis der einstigen Siemens-Tochter auf fast null von 6,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gefallen.

Der operative Gewinn (Ebitda) ging um mehr als die Hälfte auf 10,7 Millionen Euro zurück. Vor allem die Investitionen in neue Produkte von gut neun Millionen Euro drückten auf die Überschüsse. Der Umsatz war in den ersten sechs Monaten nur leicht auf 205,7 Millionen Euro gesunken. "Wir haben uns zum Teil auch Marktanteile erkauft", räumte Finanzvorstand Alexander Blum ein. Langfristige werde sich das für sein Haus aber nach einer erwarteten Marktkonsolidierung lohnen.

Seine Jahresprognose hatte Europas größter Hersteller von Schnurlostelefonen bereits Ende vergangener Woche kassiert. Wegen der trüben Aussichten in Europa kappte Gigaset zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Statt Erlösen auf Vorjahresniveau rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Das Ebitda werde „deutlich unterhalb des Vorjahres im einstelligen Millionen-Bereich“ liegen.

Bis 2015 soll der Umsatz durch verstärktes Geschäft mit Unternehmenskunden und Heimnetzwerktechnik auf 500 bis 560 Millionen Euro steigen, die operative Rendite (Ebitda) Werte zwischen elf und 13 Prozent erreichen. Der langfristige Optimismus versöhnte die Anleger: Die Gigaset-Titel legten gut drei Prozent zu und waren damit größter Gewinner im TecDax.

Details zum geplanten Stellenabbau wollten die Gigaset-Manager noch nicht nennen. Die Verhandlungen mit den Betriebsräten liefen derzeit an. Gigaset hatte für seine deutschen Standorte München und Bocholt 2011 eine Beschäftigungsgarantie abgegeben, die im kommenden April abläuft. Das Werk in Bocholt will Fränkl allerdings behalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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