Nach guten Intel-Zahlen keimen Hoffnungen auf
Infineon wähnt sich im Aufwind

Die jüngsten positiven Geschäftsaussagen des weltgrößten Computerprozessoren-Konzerns Intel seien ein sehr gutes Signal auch für den Bereich Speicher-Chips, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Freitag am Rande einer Konferenz in München.

HB MÜNCHEN. „Da PCs auch Speicherchips brauchen, ist das ein sehr positives Zeichen.“ Die Speicher-Chips machen das Kerngeschäft des Münchener Konzerns aus. An der Prognose, wonach das Ziel eines operativen Gewinns im laufenden Geschäftsjahr (zum 30. September) für Infineon nur sehr schwer zu erreichen sei, hielt Ziebart jedoch fest.

Der weltgrößte Chipkonzern Intel hatte am Vorabend seine Umsatzerwartungen für das zweite Quartal erhöht und von guten Geschäften insbesondere mit Laptop-Prozessoren berichtet. Es sei grundsätzlich positiv, dass Intel von PC-Absätzen über den bisherigen Markterwartungen ausgehe, sagte Ziebart dazu.

Der Infineon-Chef bekräftigte, nach deutlichen Preisrückgängen bei Speicher-Chips zu Jahresbeginn gehe er von einer Stabilisierung im zweiten Halbjahr aus, vielleicht seien sogar Preissteigerungen möglich. Für das Gesamtjahr sollte sich wie bislang erwartet ein Preisrückgang um 35 bis 40 Prozent ergeben, wobei die Preise im bisherigen Jahresverlauf bereits um 30 bis 35 Prozent gesunken sind.

Die kräftigen Preisrückgänge und das schwache Geschäft mit Handy-Chips hatten Infineon im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 einen höheren Verlust eingebracht als erwartet.

Durch die früher als erwartete Umstellung in der Fertigung von Speicherchips auf die engmaschigere 90-Nanometer-Struktur sieht Ziebart mittlerweile den technologischen Rückstand auf Konkurrent Samsung deutlich verkürzt. Im vergangenen Jahr habe der Rückstand noch sechs bis acht Monate betragen. „Jetzt sind wir vermutlich bei zwei bis vier Monaten. Und die anderen haben wir hinter uns gelassen“, sagte Ziebart.

Unter Chipherstellern läuft der Wettbewerb in erster Linie über den Preis. Die Umstellung auf kleinere Fertigungsstrukturen - es können dann mehr Chips auf einer Siliziumscheibe produziert werden - haben daher wegen des Produktivitätssprungs eine entscheidende Bedeutung.

An der Börse legte die Infineon-Aktie zu Handelsbeginn um rund vier Prozent auf 7,63 Euro zu und war klar stärkster Kursgewinner im Deutschen Aktienindex. Analysten der Großbank HVB stuften die Aktie auf „Outperform“ von zuvor „Neutral“ hoch.

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