Nach Hackerangriff
Daten von Sony-Kunden zeitweise im Internet abrufbar

Für Sony wird es immer peinlicher: Nachdem über das Online-Netzwerk der Playstation Millionen Kundendaten gestohlen worden sind, tauchte ein Teil der Informationen vorübergehend im Internet auf.
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TokioEinige der Millionen gestohlenen Daten von Sony-Kunden sind im Internet veröffentlicht worden. Auf einer Webseite seien zeitweise Namen und Adressinformationen von 2500 Kunden sowie drei E-Mail-Adressen abrufbar gewesen, teilte der japanische Elektronikriese am Samstag mit. Es habe sich um Daten von Teilnehmern eines Gewinnspiels aus dem Jahr 2001 gehandelt. Kreditkarteninformationen, Sozialversicherungsnummern oder Passwörter seien nicht darunter gewesen. Die Internetseite sei inaktiv und nicht mehr aktuell gewesen, als der Vorfall im Rahmen des Datenklaus entdeckt worden sei, teilte der Konzern weiter mit. Die Informationen seien inzwischen vollkommen aus dem Netz entfernt worden.

Sony hatte die beispiellose Datenpanne bei rund 100 Millionen Kunden in dem Online-Netzwerk seiner Spielekonsole „Playstation“ und der Multimediaplattform Qriocity am 19. April festgestellt, jedoch zunächst nicht öffentlich gemacht. Dies hatte viele Kunden gegen den Konzern aufgebracht. Sony-Chef Howard Stringer, der sich am Freitag erstmals zu den Vorfällen geäußert und dabei entschuldigt hatte, begründete dies damit, dass es länger gedauert habe, bis die Taten nachvollziehbar gewesen seien.

Kein Datum für Wiederaufnahme des Online-Dienstes

Eine Sony-Sprecherin betonte am Samstag, es sei nicht möglich, einen Zeitpunkt für die Freischaltung der Online-Dienste zu nennen. Diese sind seit dem Datendiebstahl für Kunden gesperrt. Vergangenen Sonntag hatte der Konzern noch erklärt, dass Nutzer innerhalb einer Woche wieder auf den Service zurückgreifen könnten. Das Netzwerk-Geschäft macht nur einen kleinen Anteil am Sony-Umsatz aus. Die finanziellen Auswirkungen der Datenpanne haben die Japaner noch nicht beziffert. Sie geben am 26. Mai Einblick ins abgelaufene Quartal. Sony muss befürchten, durch den Datenklau weiter hinter Konkurrenten wie Apple, Samsung bei Flachbild-Fernsehern sowie Microsoft und Nintendo bei Spielekonsolen zurückzufallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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