Nach NSA-Skandal
Ansturm auf IT-Dienstleister Bechtle

Die Geheimdienstattacken der USA und Großbritannien treiben dem IT-Dienstleister Bechtle die Kundschaft ins Haus. Besonders gefragt: das Siegel „Hosted in Germany“ beim Cloud-Computing.
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NeckarsulmNach den Spähattacken der Geheimdienste der USA und Großbritanniens ersuchen mittelständische Unternehmen den IT-Dienstleister Bechtle um Hilfe. „Das hat zu einer gewissen Verunsicherung geführt: Vor allem mit Fragen der IT-Sicherheit kommen die Kunden derzeit verstärkt auf uns zu“, sagte Vorstandschef Thomas Olemotz am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in Neckarsulm bei Heilbronn. Von der „Sensibilisierung“ könne der deutsche IT-Markt mit hohen Datenschutzstandards profitieren und sich für Cloud-Computing als interessanter Standort etablieren. Nach dem Export-Markenzeichen „made in Germany“ mache schon der Slogan „hosted in Germany“ die Runde, sagte Olemotz.

Beim Cloud-Computing werden Daten und Programme an Dienstleister wie Bechtle ausgelagert und in Rechenzentren gespeichert, der Zugriff darauf erfolgt über das Internet. Derzeit wird das Investitionsklima in Bechtles Absatzmärkten - Deutschland und Europa - vor allem durch die Staatsschuldenkrise belastet, es hellt sich aber etwas auf. „Nach einem schwachen April, einem durchwachsenen Mai und einem starken Juni haben wir keine Veranlassung, an unseren Prognosen zu rütteln“, sagte der Bechtle-Chef und bekräftigte: „Wir werden 2013 beim Umsatz stärker als der Markt wachsen und bessere Ergebnisse als im Vorjahr abliefern.“ Entscheidend werde das zweite Halbjahr, das traditionell geschäftsträchtiger als die erste Hälfte ist.

Im ersten Quartal hatte das in 14 Ländern vor allem für mittelständische Firmen und öffentliche Verwaltungen als IT-Dienstleister und -Lieferant tätige Unternehmen den Umsatz zwar gesteigert, aber wegen höherer Personalkosten im Zuge einer Einstellungswelle Einbußen beim Ergebnis verzeichnet. 6000 Beschäftigte erzielen mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz, 2020 sollen 10.000 Mitarbeiter fünf Milliarden Euro umsetzen.

Um diese Zielmarken zu erreichen, kauft Bechtle seit Jahren im Systemhaus-Geschäft zu und verleibt sich kleinere Wettbewerber ein. „Wir haben eine Handvoll Angebote zur Prüfung auf dem Tisch - Cancom gehört nicht dazu“, sagte Olemotz. An der Börse waren im Frühjahr Spekulationen aufgekommen, Bechtle könne den kleineren Wettbewerber mit Sitz in München schlucken. „Ich gehe davon aus, dass Bechtle und Cancom auch in 18 Monaten noch zwei selbstständige Unternehmen sind“, sagte Olemotz. Die Übernahmespekulationen hatte die mit 35 Prozent an Bechtle beteiligte Familie von Gründer Gerhard Schick geschürt: Sie war Ende April mit gut zehn Prozent bei Cancom eingestiegen, die an der Börsenwert gut 200 Millionen Euro wert sind. Bechtle ist fast vier mal so teuer.

Da ein Zusammenschluss Größenvorteile mit sich bringen würde, seien die Spekulationen zwar „nachvollziehbar“, sagte der Bechtle-Chef. Darüber hinaus habe er aber die Übernahme von Cancom nie ernst in Erwägung gezogen. „Ich sehe nichts, was Cancom besser macht als wir“, er. Es gebe auch keinerlei Kooperation: „Wir sind weiterhin knallharte Wettbewerber.“ Der Erwerb der Cancom-Anteile durch die als größter Aktionär im Bechtle-Aufsichtsrat vertretene Familie Schick sei ein „rein privates Invest“. Die Familie habe zudem versichert, keine Bechtle-Aktien „im signifikanten Umfang“ verkaufen zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Made and hosted in Germany" wird zunehmend auch bei Cloud Lösungen ein Erfolgsschlager. Zu Recht? Uch denke schon. Zwar ist das ausspähen von Mails 1.000 x leichter als hochverschlüsselte Cloud Anwendungen auszuspionieren. Aber dennoch schützt das sehr fundierte und durchsetzbare deutsche Recht den Nutzer viel sicherer und zuverlässiger als viele andere Industrienationen.

    Anbieter und Hersteller wie der ERP & CRM Hersteller Scopevisio oder der CRM Hersteller CAS Software werben mit "Made und hosted in Germany".

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