Nach Quartalszahlen
AMD zahlt hohen Preis für den Erfolg

Anders als Branchenprimus Intel hat der Chiphersteller AMD seinen Gewinn im dritten Quartal erheblich steigern können: Um stolze 77 Prozent ging das Ergebnis nach oben. Weil aber die Marge angesichts des Preiskriegs mit Intel bröckelt, wird die Aktie nachbörslich massenhaft verkauft. Denn Besserung scheint nicht in Sicht.

HB SUNNYVALE. Advanced Micro Devices (AMD) nannte am Mittwoch nach US-Börsenschluss ein Netto-Ergebnis von 134,5 Mill. Dollar oder 27 Cent je Aktie nach 76 Mill. Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt ohne Sonderposten mit einem Gewinn von 23 Cent je Aktie gerechnet. Beim Umsatz verzeichnete der Konzern einen Rückgang von 1,52 auf 1,33 Mrd. Dollar, was in erster Linie an der Ausgliederung des defizitären Speicherchip-Geschäfts lag. Darum bereinigt, konnte AMD seinen Umsatz um rund ein Drittel steigern. Aber auch so lag AMD mit seiner Zahl knapp über dern Analystenprognose von 1,31 Mrd. Dollar.

AMD musste einräumen, dass die Gewinnmarge im dritten Quartal deutlich zurückgegangen ist. Sie betrug nur noch 51,4 Prozent nach 56,8 Prozent im Vor- und 55,4 Prozent im Vorjahresquartal. „Das ist der Preis, den AMD für den Erfolg zahlen muss“, kommentierte ein Analyst. AMD hatte Intel in den vergangenen Monaten immer mehr Marktanteile abgenommen. Dies schaffte das Unternehmen zum einen durch verbesserte Prozessoren, zum anderen durch Preisnachlässe. Letzteres schlägt sich nun negativ auf die Bilanz nieder.

Die Anleger haben ganz offenbar Zweifel, dass AMD zu alter Ertragsstärke zurückfindet. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie um bis zu 13 Prozent, nachdem sie zunächst leicht zugelegt hatte.

Am Dienstag hatte Erzrivale Intel seine Zahlen vorgelegt. Zwar verzeichnete der weltgrößte Hersteller von Mikroprozessoren im dritten Quartal einen Gewinnrückgang. Allerdings lag er damit noch immer über den Erwartungen der Analysten. Dem laufenden Vierteljahr sieht Intel positiv entgegen, zumal das Unternehmen nach eigenen Angaben Boden gegenüber AMD gut gemacht hat. Der Marktanteilsverlust sei gestoppt und der Trend sogar umgekehrt worden, hieß es. Das gelang Intel aber nur durch hohe Preisnachlässe, was wiederum AMD unter Zugzwang setzt. „AMD und Intel führen immer noch Krieg“, sagte Michael Church von Church Capital Management.

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