Nach radikalen Sparprogrammen gehen Internet-Firmen auf neuen Kurs
Mit Spezialthemen die Nischen besetzen

Drei Jahre nach dem Platzen der Internet-Blase melden sich die einst so stark umjubelten Startup-Firmen zurück. Nach radikalen Sparprogrammen wollen sie wieder auf Wachstumskurs gehen. Doch Experten sind skeptisch, ob es den verblassten Stars gelingen wird, sich dem wachsenden Konsolidierungsdruck durch Erfolge in der Nische zu entziehen.

FRANKFURT/M. „Wir sind gut positioniert und haben fest vor, trotz der aktuellen Konsolidierungswelle eigenständig zu bleiben“, gibt sich Sanjiv Sidhu, der Vorstandschef der US-Firma i2 Technologies selbstbewusst. I2 ist ein Paradebeispiele für die Situation vieler kleiner Software-Firmen. In Boomzeiten wurde die Firma zum Inbegriff für ein auf Informations-Technologie (IT) basierendes Management der Lieferkette. Doch mit dem Platzen der Internetblase brachen die Umsätze ein. Zudem musste die Firma ihre Bilanzen korrigieren.

I2 kämpft wie viele andere Dotcom-Stars vor allem mit einem Problem: Unternehmen kaufen Komplett-Lösungen, statt in spezielle Technologien zu investieren. Damit scheint das lange proklamierte Modell des „best of breed“ – eine aus Programmen der jeweiligen Spezialanbieter bestehende Software-Landschaft – gescheitert zu sein. „Wir stellen in unseren Erhebungen fest, dass es einen Trend zu homogenen IT-Landschaften gibt.

Hat zum Beispiel SAP mit einem Modul den Fuß bei einer Firma in der Tür, setzen die Kunden auch bei künftigen Teilen häufig auf SAP“, sagt Nils Niehörster vom Marktforscher und Beratungshaus Raad Consult.

Die Folgen: Die Lizenzerlöse der Ex-Stars – sie spiegeln das Geschäft mit neu verkauften Software-Paketen wider – brechen seit mehreren Jahren ein. So ist dieser Wert bei I2 seit 2001 um 66 Prozent auf rund 65 Mill. Dollar im vergangenen Jahr gefallen. Der Gesamtumsatz gab um 43 Prozent auf 494 Mill. Dollar nach.

Auch bei Ariba brach der Lizenzumsatz in den zurückliegenden drei Jahren um 66 Prozent auf 83 Mill. Dollar ein, die Erlöse sackten um 40 Prozent auf 236 Mill. Dollar. Ariba hat in den Boomjahren mit Internetmarktplätzen von sich reden gemacht, über die Unternehmen ihren Einkauf abwickeln konnten.

Die Dotcoms haben mittlerweile das Konzept reiner Technologie- Lieferanten über Bord geworfen und wollen sich als Lösungsanbieter für Spezialthemen etablieren. Während sich Ariba auf das Ausgaben-Management konzentriert, setzt I2 auf komplette Planungssysteme für die Lieferkette von Unternehmen.

Um dieser Strategie Schwung zu verleihen, hat Ariba Anfang des Jahres die US-Firma Freemarkets übernommen, ebenfalls ein Ex-Star der Dot-Com-Ära. Freemarkets bezeichnet sich selbst als Erfinder von Online-Marktplätzen für den industriellen Einkauf. Sie hatte sich während der Krise stark auf Dienstleistungen rund um die Auswahl von Lieferanten spezialisiert.

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