Nach Rekord-Datenklau
Yahoo muss um Deal mit Verizon bangen

Der Datendiebstahl bei Yahoo könnte drastische Folgen haben: Der Verkauf der Internetsparte steht jetzt auf der Kippe. Interessent Verizon will offenbar den Preis drücken – oder den Deal gar platzen lassen.
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Nach der Veröffentlichung eines zweiten großen Datendiebstahls bei Yahoo steht der Verkauf des Internetgeschäfts an Verizon infrage. Der Telekommunikationskonzern prüfe derzeit sowohl eine Preiskürzung als auch einen Stopp der Übernahme, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf informierte Personen. Das Unternehmen selbst erklärte lediglich, es werde die Folgen der neuen Entwicklung beurteilen, bevor es „finale Schlussfolgerungen“ ziehe.

Unbekannte Angreifer konnten 2013 die Daten von mehr als einer Milliarde Nutzerkonten kopieren, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten und – technisch unzureichend – unkenntlich gemachte Passwörter. Das Unternehmen führt den Angriff auf Akteure „mit staatlicher Unterstützung“ zurück. Erst im September wurde publik, dass Unbekannte in einem separaten Fall die Daten von 500 Millionen Yahoo-Nutzern stehlen konnten.

Verizon kündigte im Juli an, das Internetgeschäft von Yahoo für rund 4,8 Milliarden Dollar zu übernehmen und mit seiner Online-Tochter AOL zusammenzulegen. Ziel war es, das Geschäft mit Inhalten und Werbung für den Wettbewerb mit Google und Facebook zu rüsten. Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung am chinesischen Konzern Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Bisher ist geplant, die Transaktion im ersten Quartal 2017 abzuschließen.

Die Anleger reagierten auf die neuen Meldungen schockiert. Die Yahoo-Aktie verlor am Donnerstag im frühen Handel um bis zu fünf Prozent auf rund 39 Dollar, der tiefste Stand seit August.

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