Nach Rückschlägen
SAP wieder auf Erfolgsspur

Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware SAP ist nach zahlreichen Rückschlägen wieder auf der Erfolgsspur. Der Walldorfer Konzern legte im zweiten Quartal bei Umsatz und Ergebnis zweistellig zu und nahm dem amerikanischen Erz-Konkurrenten Oracle Marktanteile ab. Die gute Zwischenbilanz beflügelt die Erwartungen von Anlegern und Analysten.

HB WALLDORF/LONDON. Das SAP-Plus weckt Hoffnungen auf ähnlich gute Ergebnissen der anderen Dax-Unternehmen. SAP leitet traditionell die Berichtssaison ein. Der Finanzdatenspezialist Factset/JCF erwartet, dass die 30 größten deutschen Konzerne 2007 ein Gewinnplus von zwölf Prozent erzielen werden. Im Frühjahr hatten die Experten nur mit einem Zuwachs von sieben Prozent gerechnet.

„Im derzeit investitionsgetriebenen Weltwirtschaftsaufschwung gerät der eigentliche Nachteil, dass Deutschland noch immer keine Dienstleistungsgesellschaft ist, zum Vorteil“, sagte die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud. Die Kapazitäten des deutschen Maschinenbaus beispielsweise sind zu fast 95 Prozent ausgelastet. Mit dem starken Gewinnwachstum deutscher Großkonzerne können die Konkurrenten im restlichen Europa und in den USA nicht mithalten. Ihnen prognostizieren die Finanzdatenspezialisten nur ein Gewinnplus von knapp acht Prozent.

Vorreiter SAP steigerte wegen der unerwartet starken Nachfrage nach Unternehmenssoftware zwischen April und Juni die Erlöse um zehn Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) des Walldorfer Konzerns erhöhte sich ebenfalls um zehn Prozent auf 577 Mill. Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg um acht Prozent auf 449 Mill. Euro. Allein mit Softwarelizenzen erlöste der Konzern 715 Mill. Euro. Dies ist rund ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist, obwohl die in Amerika und Japan verkauften Softwarepakete durch den Wertverlust von Dollar und Yen gegenüber dem Euro weniger Gewinn abwarfen. Die stark erhöhten Lizenzeinnahmen sind für SAP deshalb von Bedeutung, weil sie wichtige Hinweise für künftige Umsätze geben.

Nach einer Durststrecke löste Asien mit einem Umsatzplus von 27 Prozent Amerika als Boomregion ab. Auf dem US-Softwaremarkt hatte zuletzt auch Oracle ein schwächeres Wachstum verzeichnet. Auch in Europa verkaufte SAP deutlich mehr Lizenzen. Der Weltmarktanteil stieg nach SAP-Angaben binnen Jahresfrist ohne größere Zukäufe um drei Punkte auf 26 Prozent – weit vor Oracle mit 15,5 Prozent.

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