Nach Sony BMG-Verbot
EMI und Warner begraben Fusionsplan

Das jüngste Fusionsverbot für Sony Music und BMG beendet auch den milliardenschweren Übernahmepoker der Musikkonzerne Warner Music und EMI.

HB LONDON. Sowohl EMI als auch Warner Music teilten am Donnerstag mit, ihre gegenseitigen Übernahmepläne zunächst zu begraben. Diese Nachricht schockierte die Börsianer: die Aktien von Warner Music stürzten um zehn Prozent ab, EMI-Papiere gaben ebenfalls nach.

Beide Firmen hatten vergeblich mehrere Anläufe gestartet, den anderen für fast vier Milliarden Euro zu kaufen. Mit einem Zusammenschluss wollten die Nummer drei und vier der Musikindustrie den Branchenführern Universal und Sony BMG die Stirn bieten.

Beide Konzerne wollen ihre Entscheidung gegen eine Fusion im Lichte zukünftiger Entwicklungen erneut prüfen. Ein Ende des Übernahmegefechts war in der Branche erwartet worden, nachdem ein europäisches Gericht in diesem Monat die 2004 erteilte Fusionserlaubnis für Sony Music und BMG aufgehoben hatte. Dies hatte Zweifel aufkommen lassen, ob die Behörden eine weitere Konsolidierung in der Branche zulassen würden. Warner hat unter anderem Madonna und die Red Hot Chili Peppers unter Vertrag, bei EMI erscheinen beispielsweise Robbie Williams und Coldplay.

Die Aktien von Warner Music gaben in New York um rund zehn Prozent auf 23 Dollar nach. EMI-Aktien kosteten in London mit 2,56 Pfund rund zwei Prozent weniger als am Vortag - zwischenzeitlich hatten sie aber deutlich herbere Verluste verbuchen müssen.

Branchenanalyst Alex DeGroote von Panmure Gordon geht von weiteren Kursverlusten aus, da nach dem Ende des Fusionsfiebers nun wieder die hohe Verschuldung und der niedrige Cashflow von EMI die Aufmerksamkeit auf sich ziehen dürften. „Die einzige Rettung war die Möglichkeit einer Fusion oder der Kauf von Warner“, sagte der Analyst.

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